Beckervordersandforth bezwingt Holzadler
Bild: Sudbrock
In Feierlaune war Jörg Beckervordersandforth nach seinem Königsschuss. Mit der 277. Bleikugel bezwang der 48-jährige Familienvater am Sonntagnachmittag um 14.30 Uhr den widerspenstigen Neuenkirchener Holzadler. Zur Mitregentin wählte er seine Ehefrau Martina. Die Residenz der frisch gekrönten Häupter steht nur wenige hundert Meter vom Marktplatz entfernt am Glockenbrink.
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Dass sie ganz genau wissen, wie man selbst den zähsten Aar Stück für Stück zerlegt, stellten die Neuenkirchener St.-Hubertus-Schützen eindrucksvoll unter Beweis. Mannstark waren die Grünröcke unter der sengenden Sonne des Wapeldorfs nach dem Frühstück im Zelt angetreten, um dem Adler mit vereinten Kräften den Garaus zu machen.

277. Schuss bringt die Entscheidung

Der Holzaar verfolgte das aufgeregte Treiben zunächst mit stoischer Gelassenheit, und später, als seine Felle davonzuschwimmen drohten, mit zunehmender Nervosität. Als ihm Jörg Beckervordersandforth mit der 277. Gewehrladung den Todesstoß versetzte, war von dem einst stattlichen Raubvogel nur noch ein Häufchen Elend übrig geblieben, das sich hilflos um die Schraube im Kugelfang windete, der Übermacht der siegessicheren Hubertusschützen aber nichts mehr entgegenzusetzen hatte.

Ehefrau als Mitregentin

Der Ausgang der Adlerjagd freute am Sonntag auf dem Festplatz wohl keinen mehr als Jörg Beckervordersandforth. Der neue Regent reckte die Hände zum Himmel und ließ sich von seinen Kameraden frenetisch feiern. Zur Mitregentin erkor der 48-Jährige seine gleichalte Ehefrau Martina. Das Ehepaar residiert mit seinen beiden Kindern Natalie (19) und Sven (16) unweit des Marktplatzes am Glockenbrink.

König ein kreativer Kopf

Für den Fall, dass ihm der Neuenkirchener Regentenstuhl zu unbequem sein sollte, kann sich Jörg Beckervordersandforth selbst helfen. Im wirklichen Leben ist er nämlich als Leiter der Entwicklungsabteilung beim Rheda-Wiedenbrücker Polstermöbelhersteller 3C-Gruppe tätig. Das Kreieren eines passgenauen Königssofas sollte für den frisch gebackenen Monarchen also kein Problem sein, zumal sein Chef Jürgen Kleinegesse mit Gattin Nicole den spannenden Wettkampf vor Ort verfolgte.

Treffsichere Insignienschützen

Die Insignien waren zu Beginn des mehr als zweistündigen Schießens durch Christian Rauh (Krone), Michael Kesting (Apfel) und Sven Krull (Zepter) gefallen. Über das Bierfass freute sich der stellvertretende Brudermeister Andreas Venker. Die Flügel sicherten sich im Abstand nur weniger Minuten Frank Richter und der spätere Regent höchst selbst.

Glanzvoller Hofstaat

Am Montagabend werden die neuen Regenten Jörg und Martina Beckervordersandforth ihren Hoftstaat vorstellen. Ihm gehören folgende Paare an: Rudolf und Susanna Trostheide, Reimer und Ingrid Nitschki, Werner und Regina Hessel, Andreas Dreier und Stefanie Wollscheid-Dreier, Bernhard und Reinhild Landwehr, Dieter und Annette Kollenberg, Jürgen und Hiltrud Rehkemper, Thomas und Anne Rehkemper sowie Guido und Petra Beckervordersandforth.

Philipp Venker regiert die Jugend

Das Vogelschießen um die Würde des Jungschützenkönigs war am Samstagabend nach einer Stunde entschieden. Über den begehrten Adelstitel freute sich Philipp Venker, der den Holzadler um 19.22 Uhr mit dem 159. Schuss von der Stange geholt hatte.

Der 22-jährige Anlagenmechaniker für Sanitär, Heizung und Klima führt den Vereinsnachwuchs gemeinsam mit Carolin Freitäger an. Die 24-jährige Studentin verfügt bereits über Regierungserfahrung. 2011 grüßte sie als Jungschützenkönigin. Aus Familien mit grüner Tradition stammen beide: König Philipp ist der Sohn des stellvertretenden Brudermeisters Andreas Venker, Königin Carolin die Tochter des Vize-Vereinschefs Thomas Freitäger.

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