Begegnungsstätte ist Sanierungsfall
Bild: Vredenburg
Beliebter Treffpunkt: Die Seniorenbegegnungsstätte des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Rietberg wird auch von Bürgern aus Westerwiehe, Neuenkirchen, Bokel und Druffel genutzt. Der Bedarf, das Domizil zu vergrößern, ist enorm.
Bild: Vredenburg

Das Gebäude mit einer Bautechnik aus den 1970er-Jahren sei insgesamt sanierungsbedürftig und werde den heutigen energetischen Anforderungen nicht gerecht, erklärte Vorsitzender Dieter Nowak in der Mitgliederversammlung des DRK-Ortsvereins. Die Einrichtung sei nicht nur ein zentraler Anlaufpunkt in der historischen Altstadt, sondern werde auch von den Senioren aus Westerwiehe, Neuenkirchen, Bokel und Druffel – sie können einen Hol- und Bringdienst in Anspruch nehmen – äußerst gut angenommen, sagte Nowak. Der Bedarf, das Domizil zu vergrößern, sei enorm. Die Räume seien oft überbelegt.

Barrierefreier Wohnraum mit einer Durchmischung von Alt und Jung ist das Ziel

Architekt Josef Kleinewietfeld, der die Pläne erarbeitet hat, schlug vor, den jetzigen Turnraum abzureißen und einen neuen, geräumigen Trakt mit zwei zusätzlichen Wohnungen im Obergeschoss anzubauen. Die zwei vorhandenen Wohnungen werden ebenfalls saniert. „In diesem Quartier soll möglicherweise günstiger, auf jeden Fall aber barrierefreier Wohnraum mit einer Durchmischung von Alt und Jung geschaffen werden“, erläuterte Kleinewietfeld.

Im Innern ist die Schaffung einer barrierefreien WC-Anlage sowie einer wesentlich größeren, abgetrennten und von außen zugänglichen Küche samt Abstellraum angedacht. Der Mehrzweckraum soll von jetzt 60 auf 105 Quadratmeter erweitert werden und künftig die Möglichkeit bieten, zwei Gruppen getrennt zu betreuen. Zum Abstellen von Rollatoren und E-Scootern ist ein eigener Parkplatz vorgesehen.

Die kleine Wendeltreppe in den Keller soll durch ein zweiläufiges Pendant ersetzt werden. Darüber hinaus ist ein Aufzug geplant, der auch den Bewohnern der bis zu 75 Quadratmeter großen Wohnungen im Obergeschoss zur Verfügung stehen soll. Für die Pläne, die in Absprache mit den Nutzern und den städtischen Fachabteilungen erarbeitet worden seien, seien bereits Förderanträge gestellt worden, informierte Nowak. Es zeichne sich ab, dass bis zu 90 Prozent der Gesamtkosten aus Landesmitteln gedeckt werden könnten.

Investitionsvolumen beträgt 2,1 Millionen Euro

Zurzeit würden die Anträge von den zuständigen Behörden geprüft. Nowak geht von einem Investitionsvolumen von insgesamt 2,1 Millionen Euro aus. Davon entfallen 1,4 Millionen auf die Sanierung und Erweiterung der Seniorenbegegnungsstätte und 690 000 Euro auf die beiden neuen Wohnungen. Letztere müssten frei finanziert werden. Nowak: „Die Mieterträge könnten die Aufwendungen decken.“

Bei einer 90-prozentigen Förderung läge der Eigenanteil des Vereins bei 143 000 Euro. Die Stadt müsste 128 700 Euro zuschießen. „So könnte das Projekt finanziert werden, sonst würden wir das nicht machen“, unterstrich der Vorsitzende. Denn das DRK verfüge nicht über die Liquidität, eine solche Maßnahme allein zu stemmen. „Sollten wir nicht in das Programm ‚Soziale Integration Quartier‘ kommen, müssen wir uns andere Fördermöglichkeiten überlegen. Das sollte uns nicht davon abhalten, diese wertvolle Maßnahme weiter zu verfolgen“, sagte Bürgermeister Andreas Sunder.

SOCIAL BOOKMARKS