Beim Jakobimarkt gibt‘s mehr fürs Geld
Gut geschützt: In luftgefüllten Riesenbällen konnten Kinder auf Duhmes Hof im wahrsten Wortsinn übers Wasser gehen. Doch bevor der Spaß im angrenzenden Schwimmbecken beginnen konnte, mussten die durchsichtigen Bälle fest verschlossen werden.

Es kam noch besser: Bei manchen Händlern konnte man das Portemonnaie sogar getrost in der Hosen- beziehungsweise Handtasche lassen. „Kommen Sie ruhig näher. Sie sollen hier nichts kaufen, ich will Ihnen etwas schenken“, versprach beispielsweise der Mann hinter dem Stand mit den Koi-Putztüchern. Sein Kollege einige Meter weiter lockte die Kundschaft mit generösen Wechselgeld-Zahlungen: „Mein Staubwedel-Set kostet eigentlich 15 Euro, aber weil Sie eine ehrliche Haut sind, bekommen Sie von mir 10 Euro zurück“, erklärte er einer Hausfrau, die mit einem 20-Euro-Schein bezahlen wollte, werbewirksam durchs Mikrofon.

Schnaps als Schmiermittel

Schleifaufsätze für Bohrmaschinen bot Jaap Belle für kleines Geld in Mastholte an. „Damit kriegen Sie Ihre Messer, Scheren und Sensen in Windeseile wieder scharf“, versprach der Holländer. Aber Vorsicht: „Das funktioniert nur, wenn der Schleifaufsatz feucht ist.“ Wasser sei als Schmiermittel ideal, „zur Not geht aber auch Schnaps“.

Produktvielfalt beeindruckt

Elisabeth Venne und Ingrid Mersch aus Verl waren von der Produktvielfalt auf dem Jakobimarkt schwer beeindruckt. „Das ist wie ein Kaufhaus unter freiem Himmel“, befanden sie. Trotzdem übten sich die Zwei in Disziplin: Bis zum Mittag passten die Artikel, die sie an den Ständen zwischen Riekstraße und Altem Kamp erstanden hatten, noch locker in eine Tragetasche.

Weniger Geld für Popcorn und Zuckerwatte

Seit 1981 zieht es Konstantin Müller Jahr für Jahr zum Mastholter Jakobimarkt. Der Schausteller vom Möhnesee verkauft selbst gemachtes Popcorn und Zuckerwatte. Zur Verstärkung hatte er am Mittwoch seinen Enkel Florian mitgebracht. „Aber so hoch wie noch vor einigen Jahren ist der Umsatz längst nicht mehr“, bedauerte Müller. „Die Leute geben ihr Geld lieber für Flachbild-Fernseher und Computer aus als für Süßigkeiten auf dem Rummel.“

Reißender Absatz am Heimathaus

Über zu wenig Absatz konnten sich die Mitglieder des Heimatvereins nicht beklagen. Hinterm Heimathaus verkauften sie Pellkartoffeln mit Kräuterquark, Brot und Streuselkuchen am laufenden Band. Und im Brunnen wartete eine Flasche Bierbrand darauf, geleert zu werden.

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