Beim Lumpenball fliegen die Fetzen
Bild: Vredenburg
Virtuos: Die Frauen des Rietberger Schützenthrons begeisterten das Publikum beim Lumpenball der KFD Rietberg am Montagabend als zehnköpfiges Orchester.
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Nur zwei Männer waren zu der heißen Sause im prallgefüllten Pfarrheimsaal zugelassen: Pfarrer Andreas Zander und Vikar Carsten Adolfs. Bevor es aber richtig los ging, forderte Moderatorin Carola Peterhanwahr insbesondere die Gäste in der ersten Reihe dazu auf, „zur eigenen Sicherheit“ die ausliegenden Helme aufzusetzen. Denn zum Auftakt des rasanten Programms ließ der KFD-Vorstand mit einem schmissigen Tanz zu dem Gloria Gaynor-Hit „I Am What I Am“ ordentlich die Fetzen fliegen.

„Das hat es beim Lumpenball noch nie gegeben. Es ist uns gelungen, ein zehnköpfiges Orchester zu engagieren“, freute sich die Moderatorin im Anschluss über den Auftritt des Schützenthrons. Genau genommen agierten aber nur fünf Frauen als virtuose Musiker, die anderen fünf gaben in schwarzen Ganzkörperanzügen Panflöte, Xylophon, Akkordeon, oder Tuba. Mit ihrem hingebungsvollen Spiel am Klavier legte sich Königin Petra Kay dabei besonders mächtig ins Zeug. Einfach köstlich.

Mit intimen Weisheiten wie „Männer sind wie der Mond, mal nehmen sie ab, dann wieder zu und alle vier Wochen sind sie voll“ präsentierten Ulla Potthoff, Silvia Edenfeld und Susanne Göke schlüpfrige Gespräche von Frau zu Frau. Was sich am Karnevalsdienstag im Wartezimmer einer Arztpraxis abspielt, wussten die KFD-Vorstandsmitglieder treffend zu inszenieren: Susi, die sich beim Cocktailtrinken fast das Auge ausgestochen hat, trifft auf Zorro, der in der Annahme irrt, unkenntlich verkleidet gewesen zu sein.

Der Liturgiekreis um Vikar Carsten Adolfs feierte mit dem Sketch „Sister Act“ einen grandiosen Erfolg. Acht Nonnen, dargestellt durch grobe, kunstvoll über die Hände gestreifte graue Wollsocken, drehten zu dem Hit „Sexy“ von Marius Müller-Westernhagen hinter dicken Klostermauern mächtig auf.

Während Marieluise Brockschnieder als Hüterin der Pillen begeisterte, verursachte ein kurioser Sprachfehler (Irmgard Rehage und Conny Ellebracht) allerlei skurrile Missverständnisse. Ausgiebige Schunkelrunden und schwungvolle Tanzdarbietungen rundeten das närrische Programm im Saal des Pfarrheims an der Rügenstraße ab.

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