Besuchsdienst nicht ausgelastet
Bild: Fobe
Werben für ihr Gesprächsangebot: Christa Peitz, Hans-Dieter Kaimann, Hella Humpert, Mechthild Reker, Swetlana Reimer und Wilfried Dörhoff laden Senioren ein, den Besuchsdienst zu nutzen.
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 „Die Hemmschwelle, sich bei uns zu melden, scheint noch zu groß zu sein“, glaubt Mechthild Reker vom Caritasverband Gütersloh. Dabei habe sich gezeigt, dass aus den wöchentlichen Treffen echte Freundschaften entstehen können, wissen Hella Humpert, Christa Peitz und Hans-Dieter Kaimann, die für den ehrenamtlichen Besuchsdienst in Rietberg unterwegs sind, aus eigener Erfahrung zu berichten.

„Die regelmäßigen Treffen sind eine Bereicherung für alle Beteiligten. Wir schenken den Senioren Zeit, hören stundenlang zu und nehmen Anteil an ihrem Leben“, erklärt Hella Humpert. „Sich bei einem gemütlichen Spaziergang unterhalten, ein Buch vorlesen oder gemeinsam Gymnastikübungen machen – wenn man sich erst einmal kennengelernt hat, entwickeln sich schnell gemeinsame Interessen.“ Es entstehe im Lauf der Zeit eine richtige Vertrauensbasis, eine Art Freundschaft. „Ich merke, dass die Senioren uns als neutrale Personen sehen, denen sie teilweise sogar mehr anvertrauen als Bekannten“, freut sich auch Hans-Dieter Kaimann.

Wilfried Dörhoff, Leiter der Abteilung Jugend, Soziales und Wohnen der Stadt Rietberg, betont: „Die Senioren brauchen keine Angst zu haben, dass das, was sie erzählen nach außen gelangt.“ Die Ehrenamtler seien an die gesetzlich geregelte Schweigepflicht gebunden. Die Gespräche würden unter vier Augen bleiben.

Auch die Furcht, sich regelmäßig mit einer Person treffen zu müssen, die sie nicht leiden können, möchte Hella Humpert den Senioren nehmen: „Gegenseitige Sympathie ist die Voraussetzung für die gemeinsamen Nachmittage. Ich habe mit meiner leisen Stimme zum Beispiel eine Frau besucht, die schwerhörig war. Es war klar, dass das nicht funktioniert. Jetzt trifft sich Hans-Dieter Kaimann mit ihr.“ „Und wir verstehen uns prächtig“, bestätigt er.

Senioren, die eine Person suchen, mit der sie nach Herzenslust plaudern können, können sich bei der Stadt Rietberg melden: Tel. 05244/986310 (Reimer) und 05244/986302 (Dörhoff).

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