Betonleiche: Weitere Zeugen sagen aus 
Bild: Tiemann
Dr. Holger Rostek aus Bielefeld verteidigt den 68-jährigen Westerwieher, der seine Frau getötet und einbetoniert hat.
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Das waren die übereinstimmenden Beschreibungen der ehemaligen Sekretärin der Bertelsmann-Stiftung. Ihr Mann steht seit September wegen Totschlags in Bielefeld vor Gericht.

Der 68-Jährige hatte behauptet, seine lungenkranke Frau habe nicht mehr leben wollen und deshalb habe er sie nach einem Hustenanfall erstickt und die Leiche in der Garage einbetoniert. Die Richter am Landgericht versuchen nun zu klären, was dran sein könnte an der Behauptung des Angeklagten, seine Frau sei des Lebens müde gewesen. Nach den Aussagen der Zeugen am Dienstag gar nichts.

Zuerst sagte der erste Ehemann des Opfers aus. Er habe schon früh an den Behauptungen des Angeklagten, seine Frau habe ihn verlassen, gezweifelt. Er habe damals gleich gesagt: „Hoffentlich hat er sie nicht umgebracht.“ Dass seine Ex-Frau für ein paar Tage verschwindet, habe er sich damals vorstellen können, doch gleich für ein ganzes Jahr ohne sich von Mutter oder Sohn zu verabschieden, das habe nicht zu ihr gepasst. „Sie hat immer nach vorn geschaut“, sagte der 67-Jährige. Dazu passte auch nicht, dass die Mails oder SMS, die angeblich von der Toten stammten, nicht „ihrem Stil“ hinsichtlich Sprache und Orthografie entsprachen. Es fehlten Grüße, die Unterschriften waren so noch nie von ihr benutzt worden und bekannte Namen waren auf einmal falsch geschrieben.

Der ehemalige Chef des Opfers und eine Urlaubsbekannte beschrieben den 68-jährigen Angeklagten  als fürsorglich und normal – ein Mensch, der nicht viel von sich preisgab. Dass er von Tötung auf Verlangen spreche, ist für den ehemaligen Chef der 63-jährigen Toten „unvorstellbar“. Das empfinde er „zusätzlich als persönlichen Rufmord“. Aber außer, dass sich der Angeklagte über die Jahre als nicht sympathisch oder als „wenig greifbar“ und „irgendwie glatt“ gab, konnte er nichts Negatives über ihn sagen.

Eine Urlaubsbekannte beschrieb den Westerwieher als normal. Trotzdem könnten sich alle am Dienstag gehörten Zeugen vorstellen, dass Geld ein Motiv für Streit und die Tat sein könnte. Vielleicht, so spekulierte eine Zeuge, war die Ehefrau nach dem Abschied aus dem Berufsleben darauf gekommen, dass es mit den Finanzen nicht passte.

Der Prozess wird am 7. November fortgesetzt.

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