Brinkhaus gegen mehr Zoll-Bürokratie
Gedankenaustausch: (v.l.) Thomas Pollmer (Firma Kuper), Ralph Brinkhaus (CDU) und Norbert Laumeier (Geschäftsführer Kuper).

Bei einem Informationsbesuch in der Rietberger Maschinenfabrik Kuper erläuterten Geschäftsführer Norbert Laumeier und Thomas Pollmer, zuständig am Stammsitz für Export und mittlerweile auch Experte in Sachen Zollrecht, die Probleme des Mittelstands.

Bisher brauchten Waren unter 1000 Euro keine schriftliche Ausfuhrgenehmigung. Die Unternehmen konnten diese Waren mündlich anmelden – falls das überhaupt in der Praxis nötig war. Die EU plant jedoch, dass Unternehmen ab 2013 auch kleine Lieferungen unter 1000 Euro elektronisch beim Zoll anmelden müssen. Große Unternehmen mit eigenen Abteilungen für den Versand oder automatisierten Prozessen haben damit wenig Probleme. Es sind vor allem die kleinen und mittelständischen Unternehmen wie der Holzmaschinenhersteller Kuper, die durch diese neue Regel belastet werden.

Die Mittelständler brauchen mehr Personal, um die zusätzlichen Anmeldungen zu erledigen. Es fällt mehr Papieraufwand an, außerdem verlängern sich die Lieferzeiten. Die IHK Stuttgart hat in einer deutschlandweiten Umfrage ermittelt, dass mit der Neuregelung mehrere Millionen zusätzliche Ausfuhranmeldungen nötig wären. Die Folge wäre ein volkswirtschaftlicher Schaden von 110 Millionen Euro.

„Für uns bedeutet das eine Steigerung der Ausfuhranmeldungen von 80 bis 100 Prozent“, sagte Laumeier. Brinkhaus zeigte Verständnis für die Probleme, die auf viele Firmen zukommen können. „Wir brauchen Bürokratieabbau und keine Verschärfung“, sagte der Abgeordnete aus Gütersloh, der die Sorgen der Firmen nach Berlin tragen will.

SOCIAL BOOKMARKS