Bücherei besteht seit 100 Jahren
Das Team der Einrichtung in Westerwiehe bilden (hinten, v.l.) Michelle Wheeler, Sabine Kühlmann-Wheeler, Petra Schimka-Bexten, Petra Dübeler (beide Leitung), Renate Kriener und Aileen Sunder sowie (vorne, v.l.) Jolina Oesterschlink und Celina Norra. Zwei ehrenamtliche Helferinnen fehlen.

100 Jahre dient die Einrichtung an der Berkenheide 2 den Westerwiehern als Anlaufstelle, um Bücher, Spiele oder Musik auszuleihen. Am Sonntag, 26. Oktober, soll das Jubiläum gefeiert werden.

Borromäusverein der ersten Stunde

„Damit hätten wir nicht gerechnet“, blickt Petra Dübeler ins vergangene Frühjahr zurück. „Wir waren ganz überrascht, als uns die Nachricht aus der Büchereifachstelle des Erzbistums Paderborn erreichte.“ Auch dort wurde kürzlich 100-Jähriges gefeiert. Somit gehört die Bibliothek, die seit 1972 im Pfarrheim nahe des Gotteshauses untergebracht ist, zu den Borromäusvereinen der ersten Stunde. Diese Bezeichnung trugen die Einrichtungen seinerzeit.

Genaues Gründungsdatum unklar

Zum genauen Gründungsdatum gibt es keine Unterlagen, fest steht laut Petra Dübeler nur das Jahr. Auch über die Leitung in den ersten Dekaden nach 1914 konnten keine Informationen gefunden werden. Erste Belege darüber liegen aus dem Jahr 1956 vor. „Damals leitete Fräulein Runte die Einrichtung“, berichtet Petra Dübeler. „Sie war die Haushälterin des Pastors Middel.“ Vermutlich auch deshalb war die KÖB bis zum Neubau des Pfarrheims 1972 im Wohnhaus des Geistlichen untergebracht.

Haushälterin führt Bibliothek nebenbei

Nach dem Umzug in die neuen Räumlichkeiten war die Haushaltshilfe noch sieben Jahre für die Einrichtung verantwortlich, 1979 übernahm dann Elisabeth Rehage die Leitung. Fast zwei Jahrzehnte führte sie die KÖB, bevor 1998 Petra Dübeler und Petra Schimka-Bexten übernahmen. Finanziert wird die Institution zum Teil durch die Diözese Paderborn, aber auch heimische Unterstützer wie die Stadt Rietberg, die Bürgerstiftung Rietberg und die Sparkasse Rietberg tragen zum Erhalt bei.

„Wir brauchen dringend Unterstützung“

Zehn Mitarbeiterinnen umfasst das ehrenamtliche Team um das Leitungsduo. „Da einige helfende Hände auf eigenen Wunsche ausscheiden werden, weil sie es aus Zeitgründen nicht mehr schaffen, brauchen wir dringend Unterstützung“, betont Petra Dübeler. „Wir suchen nicht nur Frauen, auch Männer können sich gern melden.“ Einmal in der Woche öffnet die KÖB ihre Türen. Donnerstags von 16 bis 18 Uhr können Leseratten ausgiebig durch die Bücherregale stöbern und schmökern sowie Spiele und Tonträger ausleihen.

Die Geburtstagsfeier am Sonntag, 26. Oktober, beginnt um 10.30 Uhr mit einem Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Laurentius Westerwiehe. Danach wird zum Empfang in die Bücherei eingeladen. Bürgermeister Andreas Sunder und Ortsvorsteher Detlev Hanemann haben sich bereits angemeldet. Auch Pfarrer Augustinus Dröge wird zugegen sein.

1046 Ausleihen im Jahr

Im Bestand der KÖB Westerwiehe befanden sich am Ende des vergangenen Jahrs 2065 Medien, darunter 1551 Druckerzeugnisse, 148 Tonträger und 366 Spiele. 1046 Entleihungen weist die Statistik für 2013 auf. Jährlich werden zwischen 100 und 150 neue Medien angeschafft. Außer Bilderbüchern für Klein- und Kindergartenkinder führt die Einrichtung Erstleser- und Jugendbücher sowie Erwachsenenliteratur, besonders Belletristik. Die Mitgliedschaft ist kostenlos, vier Wochen kann ein Medium ausgeliehen werden. Verlängerungen sind möglich. In den vergangenen Jahren fanden Autorenlesungen für die Mädchen und Jungen der Grundschule Westerwiehe statt. In Zusammenarbeit mit dem Kindergarten Westerwiehe und der Kindertageseinrichtung „Abenteuerland“ hat man das „Bilderbuchkino“ veranstaltet und regelmäßig vor den Sommerferien besuchen die angehenden i-Männchen die Bücherei. Zudem hat die KÖB an der Aktion „Lesestart – Drei Meilen für das Lesen“ zur Sprach- und Leseförderung von Kindern teilgenommen. Initiiert wurde das Projekt vom Bundesbildungsministerium zusammen mit der Stiftung Lesen.

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