Bürgerhausverein „kein Hexenwerk“
Bild: Vredenburg
Verkaufspläne: Der Anteil der kirchlichen Nutzung ist nicht mehr hoch genug, um das Pfarrzentrum Bokel für eigene Zwecke zu behalten.
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„Wir haben ein anständiges Angebot unterbreitet und bereits sehr konkrete Gespräche geführt“, informierte Bürgermeister Andreas Sunder rund 60 Teilnehmer einer Informationsveranstaltung. 

Der geplante Kauf soll im Rat und im Grundstücksausschuss unter die Lupe genommen werden. Sunder hofft, dass die Politik zustimmt, „denn die Verwaltung ist der Meinung, dass das Haus als Bürgerzentrum und Begegnungsstätte erhalten bleiben soll“. Um möglichst gestärkt in die Diskussion gehen zu können, bat das Stadtoberhaupt um ein klares Votum. Auf seine Frage, ob irgendjemand der Meinung sei, „dass wir das Gebäude nicht mehr brauchen – denn wir haben Wohnraummangel und die Kirche könnte das Areal auch einem Investor überlassen, der dort Wohnraum generiert“, meldete sich niemand. Sunder: „Ich schließe daraus, dass die Bokeler die Immobilie behalten wollen.“

Refinanzierung über Entgelte

Wie das funktionieren kann? Durch die Bildung eines neuen Vereins nach dem Modell bereits bestehender Bürgerhausvereine im Stadtgebiet oder einer Unterabteilung innerhalb einer bestehenden Organisation. „Der Bürgerverein Bokel hat schon genug Aufgaben und scheidet aus“, erklärte Sunder. So oder so bleibe das Haus im Besitz der Stadt, die sich um Instandhaltungen sowie Erneuerungen kümmere und mit dem Träger einen Nutzungsvertrag abschließe. Die Übernahme der Energiekosten entfalle jeweils zur Hälfte auf Kommune und Mieter. „Die Refinanzierung erfolgt in der Regel über eine Beteiligung der Nutzergruppen, die sich verpflichten, die Räumlichkeiten ordentlich zu verlassen“, sagte Andreas Sunder. Städtische Putzkräfte oder Hausmeisterdienste seien nicht vorgesehen.

Der Bürgermeister schlug vor, das Haus so zu übernehmen, wie es jetzt ist, stellte aber in Aussicht, „das zu einem gegebenen Zeitpunkt nach der Übernahme auch darüber nachgedacht werden darf, wie das Gebäude bedarfsgerecht umgenutzt werden kann und wie mit dem Areal insgesamt umgegangen werden soll“. Dabei dürfe auch die Frage nach einem Abriss und Neubau gestellt werden. „Allerdings erst dann, wenn wir Eigentümer des Objekts sind.“

Als Marlies Küthe sich dafür aussprach, das Pfarrzentrum als Versammlungs- und Begegnungshaus zu erhalten, forderte Sunder „die Kernaussage, dass ihr bereit seid, einen Beitrag für den Erhalt des Bürgerhauses zu leisten“. Er schlug vor, dass sich aus der Versammlung eine Gruppe bildet, die sich dafür engagiert. Sunder: „Das ist kein Hexenwerk.“

Trägeraufgabe ist mit Arbeit verbunden

„Für Aufgaben, wie einmal im Jahr eine Vereinsversammlung durchzuführen, die Mitglieder über Entwicklungen zu informieren oder Nutzergruppen zu akquirieren, um das Haus mit Leben zu füllen, sei allerdings schon ein gewisses Engagement gefragt, machte Bürgermeister Andreas Sunder während der Versammlung deutlich.

Sozialamtsleiter Wilfried Dörhoff bot an, nach Ostern einen weiteren Infoabend mit allen interessierten Nutzern zu organisieren und zum Erfahrungsaustausch auch Vertreter anderer Bürgerhausvereine einzuladen. Laut Stadt erklärten sich nach Versammlungsende 13 Personen bereit, dieses Treffen zu gestalten.

„Jedes Haus, das wir zusätzlich unterhalten, kostet richtig Geld, das wir erwirtschaften müssen. Aber wir sind auch verantwortlich dafür, dass in den Stadtteilen Möglichkeiten für Begegnungen geschaffen werden oder erhalten bleiben“, erklärte Bürgermeister Sunder. Aus seiner Sicht stelle das Objekt eine Riesenchance für den Ort dar, die nicht fahrlässig vertan werden dürfe. Die Bereitschaft der Bürger, sich zu engagieren, sei eine wichtige Entscheidungsgrundlage für den Rat, der dem Kauf am Donnerstag, 15. März, zustimmen soll.

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