CDU unterstützt Sunders Kandidatur nicht
Bild: Sudbrock
Die Rietberger sollen laut CDU am 16. September wählen gehen. Eine Empfehlung zugunsten des Amtsinhabers Andreas Sunder (Bild) spricht die Partei aber nicht aus.
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Eine Wahlempfehlung zugunsten des einzigen Bewerbers Sunder sprechen die Christdemokraten jedoch nicht aus – im Gegenteil sogar.

Dr. Christian Brockschnieder und Anja Rodenbeck vom Vorstand setzen darauf, dass sich die Bürger aktiv über die Wahl informieren, um dann mit ihrer Stimme Einfluss auf die Politik in Rietberg zu nehmen. „Es ist ein Privileg wählen zu dürfen. Wenn es auch mit Bürgermeister Sunder nur einen Kandidaten gibt, so haben die Rietberger doch eine Wahl: Sie können mit Ja oder Nein abstimmen“, sagt Anja Rodenbeck. Eine Wahlempfehlung spricht der CDU-Stadtverband nicht aus. Brockschnieder: „Die Bürger hatten in den vergangenen Jahren Gelegenheit, die Politik des Amtsinhabers zu verfolgen und sich selbst ein Bild zu machen. Auch wenn wir ausnahmsweise keinen eigenen Kandidaten aufstellen, bleibt es dabei: Die CDU unterstützt Andreas Sunder nicht.“

Inhaltliche Unterschiede

Dafür gebe es zu grundsätzliche Differenzen bei wichtigen Weichenstellungen für Rietbergs Zukunft. „Was uns inhaltlich trennt, ist unter anderem der geplante Kauf des Strom- und Gasnetzes durch die Stadt Rietberg für einen zweistelligen Millionenbetrag. Hier sehen wir gar keinen Handlungsbedarf und verstehen nicht, warum sich die Stadt in einen unsicheren Markt begeben und unnötig Risiken auf sich nehmen soll“, sagt Brockschnieder. „Auch in Bezug auf die Parkplatzsituation am ZOB gibt es konträre Vorstellungen“, ergänzt Anja Rodenbeck. „Mit einem fast vier Millionen Euro teuren Parkhaus können wir uns nicht anfreunden und haben stattdessen ein Konzept entwickelt, um mehr Parkplätze auf der schon vorhandenen Fläche zu schaffen.“

 Mit Blick auf städtische Projekte wünschen sich die Christdemokraten mehr Fokussierung und Abschlussstärke. Viele Vorhaben wie Breitbandausbau, Recyclinghof oder Ausweisung neuer Wohn- und Gewerbeflächen zögen sich wie Kaugummi. Deswegen forderte die CDU eine Prioritätenliste, um wichtige Vorhaben schneller und effizienter umzusetzen und die Anzahl der offenen Baustellen zu reduzieren.

Bürgermeister übt Kritik

Bürgermeister Andreas Sunder kann nach eigenem Bekunden damit leben, dass er bei seiner erneuten Kandidatur nicht von der CDU unterstützt wird. Dennoch übt er auch Kritik an der stärksten Ratsfraktion. Auf seiner Facebook-Seite schrieb er am Donnerstag: „Das ist absolut in Ordnung, man kann bei Themen und Schwerpunkten unterschiedlicher Auffassung sein und trefflich diskutieren – eine Demokratie lebt ja gerade von diesen Diskussionen und vom Austausch vielfältiger Meinungen. Allerdings stellt sich für mich eine entscheidende Frage: Warum hat es die CDU dann als stärkste Partei im Rietberger Rat in sechs Jahren nicht geschafft, einen Gegenkandidaten aufzubauen und den Bürgern eine Alternative zu bieten, wenn meine Arbeit ihnen nicht (immer) schmeckt? Das bedauere ich zutiefst, denn das ist sicher nicht im Sinn der Demokratie.“

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