Café Münte: Denkmal des Monats Februar
Seit 1996 beherbergt das Haus Müntestraße 2 ein Café. Jetzt ist es als Denkmal des Monats ausgezeichnet worden.

Einst war das Gebäude ein Knabenkonvikt, heute ist es ein beliebtes Café in der Stadtmitte gegenüber dem historischen Rathaus. Das rechts etwas zurückliegende Haus Müntestraße 2, im Volksmund gelegentlich noch immer „Vogts Scheune“ genannt, zeigt sich in seiner jetzigen Gestalt erst seit der durchgreifenden Instandsetzung zu Beginn des 20. Jahrhunderts durch den Architekten Max Sonnen (1886 bis 1939).

Sonnen legte die Fassade des Hauses Müntestraße 2 frei und ließ die schadhaften, ehemals mit Lehm und Weidengeflecht gefüllten Gefache im Giebel mit Ziegeln im ornamentalen Stil ausmauern. Dabei bediente er sich althergebrachter Muster. Er hatte den Auftrag, das Ackerbürgerhaus des 17. Jahrhunderts zu einem Knabenkonvikt umzubauen.

Aus der Tenne wurde ein Studiensaal, zu dessen besserer Belichtung der Rietberger Bildhauer Hermann Selhorst (1877 bis 1931) an die Stelle des ursprünglichen Deelentors ein prachtvolles, im neubarocken Stil geschnitztes Fenster setzte. Heute schmückt dieses Portalfenster den Hauptraum des 1996 in diesem Haus eröffneten Café Münte.

Der Name „Münte“ (niederdeutsch für „Münze“) sowohl für die Straße und als auch für das Café verweist auf die ehemals landesherrliche gräfliche Münzprägestätte, die bis zum 17. Jahrhundert am oberen Ende der Straße (Müntestraße 10) ihren Standort hatte. Die Privatschule und das Internat des Konvikts wurden geleitet von dem aus Rietberg stammenden Vikar Friedrich Vogt (1879 bis 1939).

 Die Inschrift des Hauses lässt erkennen, dass Baumeister Everd Schalck, der zahlreiche Rietberger Ackerbürgerhäuser errichtet hat, auch für dieses Haus verantwortlich ist. Seitdem hat das Fachwerkhaus von 1651 immer wieder erhebliche Eingriffe und Veränderungen erlebt.

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