City-Outlet soll 2020 eröffnet werden

Ab 2020 sollen rund 50 Shops auf 9000 Quadratmetern Fläche jährlich etwa eine Million Menschen zusätzlich nach Rietberg locken.

Der Einkaufstempel soll 2020 kommen, hieß es im Rahmen einer Pressekonferenz. Ab 2020 könnten rund 50 Shops auf 9000 Quadratmetern Fläche jährlich etwa eine Million Menschen zusätzlich nach Rietberg locken. Voraussetzung ist, dass Politik und Verwaltung die erforderlichen Grundlagen schaffen. Still war es vor allen Dingen deshalb geworden, weil die beiden Architekten Leon Meyer und seinem Vater Tom lange Zeit noch entscheidende Ladenlokale zur Realisierung ihres Projekts gefehlt hatten. Also warf man ursprüngliche Denkmuster über Bord und unterzog die gesamte Planung einer kritischen Prüfung.

Kundenstrom lenken

Und siehe da – es könnte gehen, wenn auch etwas anders: Das Gros der künftigen Verkaufsfläche soll nicht mehr über bestehende Immobilien generiert werden, sondern über gewichtige Neubauvorhaben am Anfang sowie am Ende der Rathausstraße, der von Leerstand geplagten Bummelzone Rietbergs. Auf ihr bewegt sich der Kundenstrom zwischen diesen beiden Magneten – sofern die Pläne zum Tragen kommen. An der Ortsdurchfahrt sollen sich weitere Outlet-Shops ansiedeln. Voraussetzung dafür, dass der Entwurf umgesetzt werden kann, ist, dass Aldi umsiedelt. Bekanntlich hat der Discounter ja ohnehin vor, sich zu vergrößern und sich an der Westerwieher Straße gegenüber dem E-Center niederzulassen. Auf der dann freien Fläche würde ein U-förmiges Geschäftsgebäude mit 140 Stellplätzen in einer darunterliegenden Tiefgarage entstehen.

Gebäude in Sichtverbindung

Die Planungen sehen vor, das Objekt über eine Multifunktionsfläche im Bereich der Straße Im Wullbrock zu erschließen. Damit aber noch nicht genug der Veränderungen am nördlichen Ende der Rietberger Innenstadt: So werden mehrere Grundstücke gegenüber der Lind-Hotelterrasse – auf einem davon steht gegenwärtig ein Haus – in das Konzept miteinbezogen. Sofern die Eigentümer die Ersatzangebote akzeptieren, könnte dort nach erfolgtem Abriss ein weiteres, eingeschossiges Geschäftsgebäude entstehen, das eine Sichtverbindung vom derzeitigen Aldi-Standort zur Rathausstraße hin gewährleistet.

Überraschung: Außer Tiefgarage noch zwei Parkhäuser in Planung

Das Gegengewicht zum nördlichen Einfahrtsbereich des Outlets soll der Bereich des Südtors werden. Nach dem Abriss des Schnäppchenmarkts sowie einer benachbarten Wohnimmobilie würde ein zweigeschossiges Gebäude entstehen, in das 25 Shops einziehen. Neu ist in dem optimierten Konzept, direkt daran ein Parkhaus anzudocken. Damit würden die Investoren einer Forderung von CDU und FDP gerecht: der privatwirtschaftlichen Schaffung von Stellplätzen – in diesem Fall 305. „Bestehende öffentliche Kurzzeitparkplätze am Südtor bleiben in ihrer Anzahl nahezu unverändert“, ließ die Verwaltungsspitze am Dienstag die Medienvertreter wissen.

Planverfahren startet erst später

Ebenfalls Handel getrieben werden soll ab 2020 in der ehemaligen Südtorschule, im heutigen Jugendzentrum. Die Stadt möchte die Immobilie nach wie vor an die Investoren verkaufen. Gleichzeitig würde an anderer Stelle für Ersatz gesorgt – nämlich auf einem Teil der Liegewiese, die zum Freibad gehört. Obwohl die Investoren ankündigen, eigene Kapazitäten zu schaffen, hält die Stadt Rietberg an ihrem Plan fest, auf der Stellfläche am Torfweg ein Parkhaus mit 400 bis 500 Plätzen zu errichten. Auch unabhängig vom City-Outlet-Center sei dort seit Jahren der Bedarf gegeben. Insbesondere der Gartenschaupark, das Freibad, die Cultura und das Schulzentrum lösten die Nachfrage aus. Das Planverfahren soll allerdings erst nach der Vorstellung der Pläne zur Zukunft des Schulzentrums starten.

Verlegung der Rathausstraße

Für den heutigen Mittwoch hat das Lind-Hotel zu einem Pressegespräch eingeladen. Der Kern des Anliegens ist bereits seit gestern bekannt: ein geplanter Anbau in Richtung Osten. Das allerdings erfordert eine leichte Verlegung der Rathausstraße in Richtung Balkan. Das sei aber keine große Herausforderung, sagt die Verwaltung: Man reaktiviere einfach wieder den stillgelegten Gegenverkehrsstreifen.

Ergänzung statt Verdrängung

Man wolle keine Verdrängung, sondern vielmehr eine Belebung vorhandener Strukturen, betont Architekt und Investor Leon Meyer mit Blick auf den bestehenden Einzelhandel. Eine Steigerung des ortüblichen Mietpreises für Geschäftslokale hält er nicht nur für wahrscheinlich, sondern für dringend notwendig. Allerdings ließe sich dieser dank stärkerer Frequentierung der Läden sicherlich erwirtschaften.

Gewerbetreibenden Perspektiven bieten

Die Innenstadt verzeichnet seit Jahren eine hohe Zahl leerstehender Ladenlokale. Viele Geschäfte, die zwischenzeitlich neu eröffnet hatten, mussten nach kurzer Zeit wieder schließen. Für Bürgermeister Andreas Sunder ist das der Beweis, dass ein neues Konzept her muss, um aus Rietberg dauerhaft wieder eine Einkaufsstadt zu machen und den Einzelhändlern und Gastronomen eine Perspektive aufzuzeigen.

Mindestgröße erreicht

9000 Quadratmeter Verkaufsfläche – das ist von Anfang an die Mindestgröße gewesen. Über drei Neubauten wollen die Investoren diesen Bedarf zu 75 Prozent abdecken. Unter Hinzunahme diverser Immobilien an der Rathausstraße – eine Handvoll ist allein in Händen der Investoren – ist das Soll schnell erreicht. Spätestens bei etwa 10 000 Quadratmetern sei das Gesamtpotenzial aber erschöpft, sagt Leon Meyer.

Verkehr ausbremsen

Die Rathausstraße soll verbindendes Element zwischen den zwei COC-Neubauten am Nord- und Südtor werden. Angestrebt ist ein Mix aus Einzelhändlern sowie Restaurants und Gaststätten sowie einzelner Outlets. Mittelfristig ist eine Umgestaltung des Platzes vorm Rathaus vorgesehen. Angedacht ist, die Straße dort in eine Mischverkehrsfläche umzuwandeln, auf der Fußgängern Vorrang eingeräumt wird.

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