Diebstahl-Serie auf Friedhof Neuenkirchen
Immer wieder verschwinden Blumen und Gestecke vom Friedhof in Neuenkirchen.

Dröge ist entsetzt darüber, dass es offenbar Menschen gibt, die nicht einmal vor den Toten und deren Angehörigen Respekt haben. Frische Blumen oder Schmuckschalen, Dekoration, Gestecke oder Sträucher – alles, was sie bekommen können, nehmen die Vandalen mit und decken sich vorwiegend im Frühjahr mit kostenlosen Pflanzen ein.

Neulich sei sogar ein ganzer Strauch mit Rhododendron herausgerissen und mitgenommen worden. Er war erst am Abend vorher gepflanzt worden. Ein „Glocke“-Leser, der namentlich nicht genannt werden möchte, schildert einen ähnlichen Vorfall. Er habe das Grab eines Angehörigen kurz vor dem Muttertag mit frischen Blumen versorgt. Schon am nächsten Tag seien sie verschwunden gewesen.

Diebstähle auf dem Friedhof sind nichts Neues, sagt Dröge. Schon vor Jahren habe die katholische Kirchengemeinde St. Margareta Neuenkirchen damit zu tun gehabt. Dann sei es zum Glück lange ruhig geblieben, aber nun würden sich die Fälle wieder häufen. „Wir haben uns bei der Polizei erkundigt, was wir tun sollen“, erklärt der Pfarrer. Die Beamten hätten dazu geraten, dass Betroffene jeden Fall zur Anzeige bringen. Dröge kann das nur unterstützen, denn die Kirchengemeinde hat keine Handhabe gegen den oder die Täter. „Da müssten wir uns schon nachts auf die Lauer legen und jemanden auf frischer Tat erwischen.“

Das ist natürlich unrealistisch, zumal der Friedhof knapp anderthalb Hektar groß ist. Pfarrer Dröge würde sich wünschen, dass die Übeltäter selbst ein Einsehen haben: „Es ist einfach pietätlos und in keinster Weise nachzuvollziehen.“ Besonders geschockt sei er gewesen, als direkt nach einer Beerdigung der Schmuck vom Grab gestohlen worden ist. „Da fehlen mir wirklich die Worte.“

Neuenkirchen steht mit Straftaten auf Friedhöfen nicht allein da: Bereits Anfang Mai hatte sich die katholische Kirchengemeinde St. Johannes Baptist bei der „Glocke“ gemeldet und beklagt, dass säckeweise Müll am Friedhof in Rietberg abgeladen worden sind. Vom Gerümpel über Strauchschnitt bis zu Farbresten war alles dabei. Die Gemeinde blieb auf den Kosten für die Entsorgung hängen.

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