Drehorgel darf bei Markt nicht fehlen
Bild: Daub
Fest zum Inventar beim Neuenkirchener Herbst gehört Drehorgelspieler Josef Schnatmann. Fast auf den Tag genau vor zwölf Jahren hat der Rentner aus Druffel damit begonnen, „Drehorgelmusik vom Feinsten“, wie er sagt, anzubieten.  
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Er blickte entschlossen nach oben in den düsteren Himmel und erklärte: „Da kommen trotz der Regentropfen aber noch mehr Leute!“ Wie immer bei diesem Anlass im Rahmen der Neuenkirchener Herbsttage hatte er schon ein Grüppchen Zuhörer um sich herum stehen, die die Ohren spitzten und die ihm für den guten Zweck eine Spende übergeben hatten. Fast auf den Tag genau vor zwölf Jahren hat der Rentner aus Druffel, ausgestattet mit einem auf hölzernem Wägelchen postierten Instrument, damit begonnen, „Drehorgelmusik vom Feinsten“ anzubieten.

Der Entschluss war ihm nach einer überstandenen Krebskrankheit in den Sinn gekommen. Was er in einem Dutzend Jahren gesammelt hat, lieferte er treulich bei zwei Institutionen ab. Der jetzt 77-Jährige am Sonntag zur „Glocke“: „Ich habe bisher rund 13 000 Euro an Unicef und 3000 Euro an die Deutsche Krebshilfe überwiesen. Ich behalte keinen Cent für mich.“ Natürlich will Josef Schnatmann noch mindestens bis zur achten Lebensdekade weiter orgeln. Und er schwenkte vergnügt wie immer seine mit den Farben Schwarz, Rot, Gold verzierte stattliche Kopfbedeckung, den Zylinder.

Auch wenn er so klein bleibt, wie er schon lange Zeit ist: Der Bauernmarkt, dessen Weiterbestehen der Neuenkirchener Gewerbeverein pflegt, findet wie immer an der Langen Straße und damit im Schatten des Textilhauses Wapelhorst statt, das einen eigenen „Schnäppchenmarkt“ angegliedert hat. Finden kann hier jeder, der fleißig stöbert, manches schöne Stück Stoff. Die im Umfeld „stationierte“ weitere Händlerschar hat ebenfalls alljährlich Angebote für Stammkunden und solche, die neugierig nachforschen, parat.

Die Angebotspalette reicht von Honigprodukten, die Imker Kaupenjohann offeriert, über Hausmacher Wurstwaren und Naturerzeugnissen des Hofs Schlingmann, handgearbeitete Taschen von Beate Altehülshorst bis hin zu herbstlichen Gestecken des Blumenhauses Münster. Dass man den Markt im Wapeldorf auch besucht, um frische Waffeln und Kuchen mit Kaffee zu genießen und dabei Bekannte zu einem Schwätzchen zu treffen, hat sich längst herumgesprochen. Bratwurst und Bier vervollständigen das Angebot – und deshalb zieht es jeden waschechten Neuenkirchener irgendwann zu dieser beliebten Veranstaltung in Rietbergs nächstliegendem Stadtteil.

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