Drei Chöre feiern gemeinsam Geburtstag
Bild: Daub
Klangvolles Stelldichein: Seinen 60. Geburtstag feierte am Samstag der Frauenchor Mastholte zusammen mit vielen Freunden und Gästen im regensicheren Festzelt auf dem Gelände der Gaststätte Sittinger. Paul-Leo Leenen gab dabei den Takt an.
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Im Zelt vor der Domschenke Sittinger feierten nicht nur zahlreiche Bürger mit, sondern auch andere Gesangsformationen. Helma Dirkwinkel, Maria Freitag, Helga Münck und Käthe Petermeier waren bereits bei der Gründung des Frauenchors 1955 mit von der Partie. Sie wurden deshalb am Samstag besonders geehrt. Auch die Mastholter Chorgemeinschaft St. Jakobus hatte Grund zum Feiern – sie besteht seit 50 Jahren. Seit einem Jahrzehnt lassen Jungen und Mädchen aus Mastholte im Kinderchor ihre hellen, klaren Stimmen erklingen. Die Nachwuchstruppe trug mit einem Musical zum Programm im Zelt bei Sittinger bei. Paul-Leo Leenen dirigierte die Singgemeinschaften, die mit ihren Beiträgen den Nachmittag und den Abend musikalisch verschönten, während der Regen auf das Zeltdach peitschte.

Hohe Stimmen für „Stella Maris“

Als der 1922 gegründete Männergesangverein (MGV) „Sängergruß“ Mastholte 1955 Griesbachers berühmte Messe „Stella Maris“ intonieren wollte, mangelte es an hohen Stimmlagen. So entstand spontan eine Singgruppe mit dem Namen „Damenchor Moese-Mastholte“, die der damalige MGV- Dirigent, Lehrer Bernhard Hovestadt, die nächsten neun Jahre unter seine Fittiche nahm. Ihm folgte als Stabführer Rektor Hans Bunsen, den erst 1980 der Langenberger Dirigent Herbert Großebrummel im Amt ablöste. Immer wieder kreuzten sich die Wege von MGV und Frauenchor musikalisch und gesellschaftlich – die Mastholter profitierten kulturell davon.

Dank an Helma Dirkwinkel

Thorsten Gaulke aus Lippstadt trat 1996 die Nachfolge von Großebrummel an. In der Folgezeit gab es indessen Engpässe und Pannen in der Leitung. Deshalb sprang immer wieder Küsterin Helma Dirkwinkel, eine der „aufrechten Vier“, ein. „Sie hat viel dazu beigetragen, dass unser Chorleben intakt geblieben ist“, lobte rückblickend Marie-Luise Wiesbrock die Mitgründerin und Aktive im Chorvorstand.

Seit 2005 hat der 39 Mitglieder starke Frauenchor beträchtlich an Gewicht gewonnen. Paul-Leo Leenen ist der unermüdliche Motor, der alle vier Chöre im südlichen Stadtteil musikalisch mit Sang und Klang beseelt und damit die Vorzüge einer ganzheitlichen lokal angesiedelten Chorpraxis beispielhaft ausspielt.

Chorgemeinschaft St. Jakobus 1965 gegründet

Leonhard Herbort, Vorsitzender der jetzt 50 Jahre alten Chorgemeinschaft St. Jakobus, die sich aus dem ehemaligen Kirchenchor rekrutiert hat, skizzierte am Samstag die Anfänge. Seit der Gründung im Jahr 1965, als Pastor Josef Lütkefend sein Dirigententalent unter Beweis stellte, liegt der musikalische Schwerpunkt in der Gestaltung der Gottesdienste an Hochfesten, Sonn- und Feiertagen sowie familiären Anlässen.

Das Repertoire umfasst die klassische Literatur bis hin zu modernen zeitgenössischen Kompositionen. Neben der Gottesdienstgestaltung gibt der Chor einmal im Jahr ein Adventskonzert in der St.-Jakobus-Pfarrkirche, zudem werden in regelmäßigen Abständen besondere Konzerte mit Orchesterbegleitung durchgeführt.

Spirituals ergänzen Repertoire

Als Paul-Leo Leenen 1995 einen Gospelchor auf die Beine stellte, war nach einigen Jahren klar, dass sich diese Form kirchlich orientierter Spirituals wunderbar mit dem Liedgut der Chorgemeinschaft verbinden lässt. 2001 verschmolzen beide Formationen. Heute besteht die Gemeinschaft aus 36 Männern und Frauen, darunter diese Jubilare: Margret Hartmann, Raimund Dirkwinkel, Franz-Josef Poll und Hubert Gottlieb (25 Jahre), Doris Theilmeier, Margret Leenen, Hanni Lohnherr und Ludwig Dirkwinkel (40 Jahre) sowie Monika Sauerland, die seit 50 Jahren der Chorgemeinschaft die Treue hält und ihr viele Jahre als Vorsitzende gedient hat.

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