Drei Soldaten wegen Missbrauchs angeklagt
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Drei Soldaten sollen in der Glückauf-Kaserne in Unna-Königsborn einen Kameraden sexuell missbraucht haben.
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Am späten Abend des 17. März soll es in der Glückauf-Kaserne zu einem Trinkgelage gekommen sein, in dessen Folge drei Zeitsoldaten einen Kameraden festgehalten und sexuell missbraucht haben sollen. Alle vier Männer waren stark betrunken, wie Dr. Ina Holznagel, Pressesprecherin der Staatsanwaltschaft Dortmund, sagte. „Wir haben Anklage wegen sexuellen Missbrauchs Widerstandsunfähiger erhoben.“

Freundin des Opfers soll Vorfall am Telefon mitbekommen haben 

Aus dem Umkreis der Beteiligten heißt es, die Freundin des mutmaßlichen Opfers habe den Übergriff – gewissermaßen als Ohrenzeugin – am Telefon mitbekommen, weil der Soldat zuvor betrunken eingeschlafen war. Sie soll anschließend einen anderen Soldaten alarmiert haben, der die drei Soldaten auf frischer Tat ertappt haben soll. Zu weiteren Details wollte sich die Dortmunder Anklagebehörde bisher nicht äußern. „Der Geschädigte hat bereits signalisiert, dass ihm sehr daran gelegen ist, die Sache diskret zu behandeln. Daher äußert sich die Staatsanwaltschaft nicht weiter zu dem Fall“, sagte Ina Holznagel.

Soldaten haben Kaserne bereits verlassen

Hauptmann Thorsten Roche, Presseoffizier der Glückauf-Kaserne in Unna-Königsborn, erklärte, dass sowohl die Angeklagten als auch der mutmaßliche Geschädigte die Bundeswehr bereits verlassen haben. Wegen der Sensibilität des Themas wolle er sich jedoch nicht weiter äußern, nur so viel: „Am raschen Disziplinarverfahren ist zu sehen, dass die Bundeswehr solche Vorfälle unter keinen Umständen toleriert.“

Ein Termin des Strafprozesses steht bereits fest. Demnach müssen sich die drei Männer Mitte Mai vor dem Jugendschöffengericht verantworten, weil sie – zum Zeitpunkt der Taten – teilweise noch nicht 21 Jahre alt waren. Ob bei den Männern allerdings das Jugendstrafrecht zur Anwendung kommt, ist unklar. Die Richterin, die den Fall verhandeln wird, war noch nicht erreichbar.

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