Effizienzrabatt bei Grundstückskauf
Bild: von Stockum
Schon im eigenen Interesse sind viele Investoren bereit, beim Bau des Eigenheims zunächst tiefer ins Portemonnaie zu greifen, damit sie später bei den Energiekosten sparen können. Außerdem wird das Engagement mit Fördergeldern belohnt.
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Das bedeutet, dass in den dortigen Rathäusern ein gewisses Maß an Umweltbewusstsein von demjenigen erwartet wird, der von der Stadt eine Fläche kauft, um dort den Traum vom Eigenheim verwirklichen zu können.

Nun möchte auch der grüne Ortsverband in Rietberg einen solchen Passus festgeschrieben sehen. Ein entsprechender Antrag ist an Bürgermeister Andreas Sunder sowie Wenzel Schwienheer (CDU) als Vorsitzender des Umwelt- und Klimaausschusses adressiert worden. Die Partei möchte erreichen, dass künftig in den Verträgen zum Kauf von kommunal entwickelten Wohnbaugrundstücken der KfW-55-Standard als Minimum festgeschrieben wird. Dieser Standard ist wie einige andere auch von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) entwickelt worden. Mit ihnen werden Sanierungs- und Bauprojekte hinsichtlich ihrer Förderfähigkeit unterschieden. Die Zahl 55 stand dabei ursprünglich für den prozentualen Energieverbrauch im Vergleich zu einem damals adäquaten Neubau. Damit aber nicht genug: Wer als Bauherr ein KfW-40- oder ein vergleichbares Ökohaus errichtet, soll nach dem Wunsch der Rietberger Grünen einen „Effizienzrabatt“ in Höhe von fünf Euro je Quadratmeter auf den Grundstückskaufpreis erhalten. Bei demjenigen, der energetisch gesehen ein noch hochwertigeres Eigenheim realisiert, sei ein doppelt so hoher Nachlass zu gewähren, heißt es im Antrag weiter.

Energie wird immer teurer. Ein schlecht gedämmtes Haus belastet nicht nur die Geldbörse des Besitzers, sondern auch die Umwelt. Auf Gebäude entfallen knapp 40 Prozent des Energieverbrauchs und rund ein Drittel der CO2-Emissionen in Deutschland. Rietberg täte als Masterplankommune also gut daran, das Klimaschutzbewusstsein der Investoren („Diese haben die Zeichen der Zeit erkannt“) zu unterstützen, sagen die Grünen. Leider begnüge sich die Stadt derzeit damit, in Bebauungsplänen lediglich gesetzliche Mindeststandards zugrunde zu legen.

„Zugegebenermaßen ist der Bebauungsplan ohnehin ein ungeeignetes Instrument. Rechtssicher und zudem eleganter erzielt man eine Lenkungswirkung zu mehr Energieeffizienz durch entsprechende Passagen in privatrechtlichen Kaufverträgen“, schreiben die Grünen in ihrem Antrag.

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