Ein „Cowgirl“ mit Speziallackierung
Bild: von Stockum
Der Truck von Stephanie Dünhölter trägt den Namen „Cowgirl“. In dem Auflieger Marke Eigenbau stecken neun Monate Arbeit und viel Geld. Vor wenigen Tagen belegte die Rietbergerin bei der Deutschen Meisterschaft einen ersten Platz.
Bild: von Stockum

Die Leidenschaft am Modellbau war geweckt. Die Freude an der Bastelarbeit wurde jüngst bei der Deutschen Meisterschaft in Wilnsdorf mit einem Platz auf dem Siegertreppchen bekrönt. In der dortigen Festhalle ging die nunmehr 25. Deutsche Modelltruck-Meisterschaft über die Bühne. Unter den 100 Teilnehmern war auch Stephanie Dünhölter aus Rietberg, die in den Monaten zuvor eine Miniaturvariante eines Rodeo-Lastwagens nach amerikanischem Vorbild geschaffen hatte. Die Liebe zum Detail und die Genauigkeit der einzigen Frau im Feld beeindruckte die Preisrichter. Sie honorierten die Arbeit der 38-Jährigen mit dem ersten Platz in der Gruppe „Mischbauweise 30 Prozent Eigenbau“. Besser hätte es nicht laufen können – schon gar nicht für jemanden, der sich zum ersten Mal einem solchen Wettbewerb stellte.

Mit den Bausätzen aus dem Spielzeughandel hat das, was Stephanie Dünhölter und ihr Mann Torsten in ihrer Freizeit zustande bringen, kaum noch etwas gemein. Es bedarf einer Menge Improvisationsvermögens, technischen Verständnisses und noch mehr Fingerspitzengefühls, will man originalgetreue Abbilder großer Lastwagen formen. Monatelang sind am Esstisch im Haushalt der Dünhölters keine Speisen mehr serviert worden, blockierten doch der aufwendige Sattelzug, Werkzeuge und Bastelmaterial das Möbelstück.

„Ich möchte auch mal wieder an den Basteltisch“, nennt Torsten Dünhölter augenzwinkernd die zweite Baustelle seiner Frau in der Wohnung. Er, der seit 20 Jahren dem mittlerweile gemeinsamen Hobby frönt, war es, der ihr im vergangenen Jahr die ferngesteuerte Zugmaschine schenkte. Aus dem Präsent erwuchs eine Begeisterung, die zu ungeahntem Erfolg führte. Allein der Bau des Aufliegers – ein selbst konstruiertes und später mit Kunststoff ummanteltes sowie lackiertes Aluminiumgestell – beanspruchte neun Monate Arbeit. Klappen lassen sich elektronisch öffnen und schließen, und rundherum blinkt und leuchtet es – den Amerikanern gefällt so etwas ebenso wie deutschen Preisrichtern. Die nächsten Monate wird Stephanie Dünhölter dazu nutzen, ihr „Cowgirl“ zu überarbeiten. Schließlich möchte sie im kommenden Jahr mit dem optimierten Modell bei der nächsten Deutschen Meisterschaft in München ihren Titel verteidigen.

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