Ein beeindruckender Schlussakkord
Bild: Stephan

Anne Luisa Kramb und Julius Asal sind zwei außergewöhnliche Nachwuchsmusiker kennengelernt.

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Noch einmal präsentierten sich alle beteiligten klassischen Künstler, darunter auch Mitveranstalter und Namensgeber Nikolai Tokarev, dem Publikum mit persönlich ausgewählten Überraschungsstücken in einem bemerkenswerten Finale. Musikalisch aus dem Rahmen fiel dabei der Pianist Vladimir Titov, dessen Kompositionsstil das Festmotto „Klassik und Populär“ auf einzigartige Weise miteinander verband. Zuvor hatte das Publikum mit dem Violinen-Talent Anne Luisa Kramb und Julius Asal am Konzertflügel zwei außergewöhnliche Nachwuchsmusiker kennengelernt. Nach einem Solo-Vorspiel von Julius Asal wussten die beiden als Duo mit Werken von Ravel, Mozart und Beethoven zu gefallen.

Geige zählt zu den kostbarsten der Welt

Auch für den klassisch nicht vorgebildeten Besucher war es beeindruckend zu hören, welche Töne Anne Luisa Kramb – sie gilt als größte Violinen-Newcomerin seit Anne-Sophie Mutter – ihrem Instrument entlockte. Schließlich zählt die 295 Jahre alte Geige aus der Werkstatt von Antonio Stradivari laut Mitveranstalter Ralf Herold zu den weltweit kostbarsten ihrer Art.

Begonnen hatte Tag drei des Fests, der im Zeichen klassischer Musik stand, mit dem Oboisten Artemii Cholokian von der Bläserphilharmonie Salzburg. Cholokian wurde begleitet von Maria Matveeva am Flügel. Beide Musiker gelten als große Talente, was sie in Rietberg eindrucksvoll unter Beweis stellten. Zahlreiche Nachwuchspreise zeugen von ihrer individuellen Klasse.

Hochbegabte bieten Hochkarätiges

Bevor das Festival in die Mittagspause ging, interpretierte Stefan Hiller aus Bielefeld klassische Werke auf der Konzertgitarre. Eine weitere Kostprobe seines musikalischen Könnens gab er vor der großen Gala am Ende des Fests. Die erste Stunde nach der Mittagspause gehörte der Pianistin Laetitia Hahn. Die Düsseldorferin begann bereits im Alter von zwei Jahren mit dem Klavierspiel. Sie gilt als eine der hochbegabtesten Nachwuchskünstlerinnen am Pianoforte. Das Rietberger Publikum erfreute sie mit hochkarätigen Werken aus dem klassischen Konzertpianisten-Repertoire.

„Erstmal runterkommen“

Rietberg (kvs) - Am Tag nach dem Festival muss Ralf Herold nach einer „euphorisierenden“ Abschlussveranstaltung „erstmal runterkommen“: Er habe jede Menge Gelegenheit gehabt, mit den Künstlern zu sprechen, und alle seien begeistert gewesen von der Cultura und der Veranstaltung insgesamt. „Gleichwohl wollen wir noch am Format etwas arbeiten“, kündigt der Veranstalter an, vor allem hinsichtlich des Werbekonzepts. Bedauerlicherweise nämlich blieben streckenweise die Besucherzahlen deutlich hinter den gesteckten Erwartungen zurück. Davon wollen sich die Macher aber nicht irritieren lassen.

Programm für 2020 steht

Ganz im Gegenteil: Herold hat das Wochenende genutzt, um bereits erste Pflöcke für 2020 einzuschlagen. „Nach dem Festival ist vor dem Festival. Das Programm fürs nächste Jahr steht schon so gut wie“, sagt er. Unter anderem werde die 15-jährige Laetitia Hahn wieder mit dabei sein – jene vielversprechende Erfolgspianistin, die bereits mit zehn Jahren ihr Klaviersolo-Debüt mit einem 90-minütigen Programm und im selben Jahr ihr Orchesterdebüt mit Beethovens Konzert Nummer 2 gab. Seine erneute Unterstützung habe zudem bereits Schirmherr und Landtagspräsident André Kuper angekündigt, der eigenen Angaben zufolge mit seiner Frau Monika ein „absolut großartiges Event“ erlebte.

Struktur soll bleiben

Die grobe Struktur wollen Ralf Herold und der namensgebende Kompagnon Nikolai Tokarev beibehalten, wenngleich an einigen Stellen noch gefeilt werden müsse, wie sie sagen. Auf jeden Fall aber wolle man mit seinem „Tokarevfest der Generationen“ der Cultura als Spielstätte treu bleiben. „Die Akustik dort ist phänomenal gut“, sagt Herold. „Der Raum klingt fantastisch“ und sei für alle Stilrichtungen geeignet, auch wegen des etwa nur eine Sekunde andauernden Halls. Dennoch könnte einige Schallreflektoren an der Decke der Metallkonstruktion nicht schaden, um den Klang zu perfektionieren, so Ralf Herold weiter.

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