Ein eigener Chor zum Stadtjubiläum
100 Sänger aus fast allen Ortsteilen proben unter Leitung von Paul Leo Leenen für "Die Schöpfung".

So wie sich Sportler vor einem Wettkampf aufwärmen, müssen sich auch Sänger vorbereiten. Und so beginnt nur eine von vielen Proben für das Oratorium „Die Schöpfung“, das zum Auftakt des Stadtbürgerfestes im September erklingen soll.

Fast 100 Sänger aus nahezu allen Stadtteilen Rietbergs machen mit. Beinahe jeder Chor der Emsstadt ist mit Sängern vertreten. Schon seit Februar laufen die wöchentlichen Proben mit Paul-Leo Leenen, dem Chorleiter mehrerer Sangesgruppen und zudem „Vater“ und „Motor“ der Rietberger Jugend-Musical-Bühne: immer montags in Mastholte, immer freitags in Rietberg. Bei einer Gesamtprobe sollen die beiden Gruppen demnächst zusammengeführt werden. Bis dahin wird fleißig weitergeübt. „Jeder weiß, in welcher Tonlage er oder sie singt“, sagt Chorleiter Leenen, „das macht Vieles einfacher“.

 Auch in dem zweistündigen Werk, das Joseph Haydn 1796 bis 1798 schrieb, kennen sich die Sänger aus. Leenen muss nur eine der 32 Musiknummern des opulenten Werks aufrufen und die Sänger sind gleich an der passenden Stelle. Nummer 26, „Vollendet ist das Wunderwerk“, auf Seite 123, ist heute als erstes an der Reihe. Dafür dürfen die 32 Frauen und Männer sitzen. Jeder hat seinen Platz. In Tonlagen haben sie sich zusammengefunden: Sopran, Alt, Tenor, Bass. „Wenn es geht, dann gleich ins Tempo reinkommen“, ruft Paul-Leo Leenen dazwischen. Er sitzt am Klavier und gibt den Ton an. Immer wieder unterbricht er die Sänger, ruft Anweisungen und Verbesserungen: wie Worte zu betonen sind, wie schnell sie gesungen werden sollen. „Es muss gar nicht so laut sein“, betont Paul-Leo Leenen.

Als anspruchsvoll bezeichnet Leenen das Oratorium, weil es Melodienfolgen für alle Stimmen enthält. Deshalb ist es für die Sänger natürlich nicht ganz einfach. „Die vielen Höhen“, nennt eine Sängerin einen der Knackpunkte. „Es dennoch spielend leicht klingen zu lassen“, ergänzt eine andere. Trotzdem, und gerade deshalb, geben sich alle viel Mühe. Gerade diese Herausforderung sei es eben auch, so die Sänger übereinstimmend, weshalb sie so gern an dem großen Gemeinschaftsprojekt mitwirken. „Wir fangen ja nicht bei null an“, erklärt Leenen.

Die Chorgemeinschaft St. Jakobus Mastholte hat „Die Schöpfung“ bereits im Jahr der Rietberger Landesgartenschau einstudiert, kennt das komplette Notenmaterial und verfügt über Erfahrung. Zu dem großen Gemeinschaftschor kommt am Tag der Aufführung, am Freitag, 12. September, auch das Orchester Opus 7 aus Lübbecke. Bohyeon Mun, Volker Philippi und die gebürtige Rietbergerin Ulrike Mertens werden die Solostimmen singen. Die Aufführung des zweistündigen Werks beginnt um 20 Uhr in der Cultura.

Karten gibt es im Bürgerbüro Rietberg. Telefon 05244/986100.

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