Eine Sauerländerin im Sammelfieber
Bild: Vredenburg
Begehrtes Einzelstück: Frieda Braun hat für ihren Basar schon viele Sachspenden gesammelt, darunter ein Gerät, mit dem Männer neu programmiert werden können. Es könnte aber auch ein Schneebesen oder Kopfmassagestab sein.
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Die Zuschauer dürfen Frieda zu ihr sagen. „Dann haben wir es sofort schön muckelig.“ Sie und die Damen ihrer „Splittergruppe“ – „es Brunhild, es Thekla, es Lisbeth, es Kollekten-Agga und noch ein paar andere“ – verkaufen „Gerümpel, äh Sachspenden“, zum Schleuderpreis. Eben alles, was in der Garage, im Keller oder auf dem Speicher landet. „Wir nehmen alles, bis auf Familienmitglieder. Die können wir bis Weihnachten nicht lagern“, schränkt Frieda ein und bedankt sich treuherzig für die vielen Jacken und Mäntel, die sie draußen gesehen hat. „Ich habe schon mal in die eine oder andere Jackentasche gepackt“, flötet die Kabarettistin Karin Berkenkopf ihrem „spendablen“ Publikum listig zu.

Nicht ganz legale Mittel

Es stellt sich heraus, dass der Beutezug für die gute Sache nicht immer mit legalen Mitteln geführt wird. Beim gemeinsamen Wochenendausflug nach Hamburg beweist insbesondere die kirchlich engagierte Agga ein robustes Maß an krimineller Energie. Da werden nicht nur mitgebrachte Dusch- und Seifenspender aus dem Hotel neu aufgefüllt und – dekoriert mit einer Zierkirsche – fit gemacht für den Basar.

Pragmatische Sünden-Fusion

Pragmatisch wie die Sauerländerinnen sind, haben sie irgendwann beschlossen, nur noch eine von ihnen zur monatlichen Beichte zu schicken. Die Verfehlungen seien untereinander schließlich bekannt. „Die Kirche legt ja auch die Gemeinden zusammen. Wir fusionieren Sünden“, verkündet die bauernschlaue Winterbergerin. Diesmal hat es „es Thekla“ getroffen, die stundenlang im Beichtstuhl saß und 25 Diebstähle, fünfmal Fremdgehen und „noch so ein paar Kleinigkeiten mehr“ auf dem Gruppenkonto abbüßen musste. Am Gelingen des Basars beteiligt sich auch Friedas Ehemann. Er spendet 13 ausrangierte Trainingsanzüge seiner Alte-Herren-Mannschaft. „Alles schwer gebeutelte Textilien. Da hängt der Schritt auch ohne Erdanziehungskraft in den Knien“, entrüstet sich Frieda, die genau weiß, dass diese Sportsachen mehr Zeit im Fernsehsessel verbracht haben als auf dem Trainingsplatz.

Unblutiger Eingriff

Wie gut, dass sich im Fundus des Basars auch ein mixerähnliches Gerät befindet, mit dem Männer „in einem unblutigen Eingriff“ neu programmiert werden können. Dennoch ist bei der Behandlung Vorsicht geboten. Frieda empfiehlt, den Zauberstab aus Edelstahl „nie zu lange auf dem Gehirn zu lassen, sonst ist die Festplatte gelöscht“.

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