Eingeschränkter Freigang für Hunde
Bild: Vredenburg
Freigang im Grünen: Wer einen Garten hat, kann sich glücklich schätzen, denn die einzige Hundewiese im Stadtgebiet ist seit Anfang Juni geschlossen.
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Ein Ersatz für die fast 2000 registrierten Hunde im Stadtgebiet ist nach wie vor nicht in Sicht. Stadtsprecher Juergen Wohlgemuth weist darauf hin, dass der Standort an der Johanneskapelle nicht nur von den Politikern, sondern auch von Hundebesitzern abgelehnt wurde, mit denen die Stadt im Gespräch ist. Die Suche nach einer Alternative gestalte sich weiterhin schwierig. Denn zum einen habe die Verwaltung in der Vergangenheit bereits zahlreiche Flächen geprüft, die aus verschiedenen Gründen dann doch nicht in Frage kamen, zum anderen stünden weitere Flächen „nicht in unendlicher Anzahl“ zur Verfügung. Wohlgemuth: „Wer ein geeignetes Areal an die Stadt verpachten kann, darf sich gern melden.“

Die Kosten für das Anlegen einer neuen Hundewiesen lassen sich, so der Stadtsprecher, zurzeit noch nicht beziffern. Das hänge ganz von der Fläche ab, die letztlich den Zuschlag bekomme. 7000 Euro hatte die Verwaltung für einen Zaun um das zunächst favorisierte Areal an der Johanneskapelle, das eine Größe von etwa 1500 Quadratmetern aufweist, veranschlagt.

Auf Nachfrage der „Glocke“, wo im Stadtgebiet Hunde frei laufen dürfen, verweist Wohlgemuth auf das Landeshundegesetz. Demnach sind die Vierbeiner innerhalb der bebauten Ortsteile, in umfriedeten Park-, Garten- und Grünanlagen, auf Kinderspielplätzen, bei öffentlichen Versammlungen sowie in öffentlichen Gebäuden an der Leine zu führen. Die Leinenpflicht, die auch für den Emsradweg zwischen Pulverdamm und Kläranlage gelte, sei hingegen am Mastholter See rechtlich weder umsetz- noch verfolgbar, da der Rundweg sich ohne Umfriedung außerhalb der geschlossenen Bebauung befinde. Die Beschilderung zur Anleinpflicht sei lediglich als „nett gemeinter Hinweis“ zu verstehen.

Die alte Hundewiese am Bibeldorf wurde geschlossen, weil in direkter Nachbarschaft eine Flüchtlingsunterkunft gebaut und Anfang des Jahres bezogen wurde. Was dem Haus, das zurzeit 23 Geflüchtete beheimatet (davon drei Kinder und Jugendliche) fehlt, ist eine Aufenthaltsfläche. „Wir als Stadt sind bemüht, angemieteten Wohnraum mittelfristig zu kündigen und die Menschen in unseren eigenen Unterkünften unterzubringen“, erklärt Wohlgemuth. Das betreffe auch Familien mit Kindern. 25 000 Euro stünden im Haushalt bereit, um die bisherige Hundewiese „in naher Zukunft“, so der Stadtsprecher, in eine Spiel- und Freifläche umzuwandeln. Dass die Wiese seit Monaten brach liegt, ohne sichtbare Maßnahmen, erklärte er damit, dass dort zurzeit ein Mittel einwirken müsse, um die Hinterlassenschaften der Hunde unschädlich zu machen. Dieser Prozess müsse abgewartet werden, ehe auf der Fläche Kinder spielen können.

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