Erneut Wolf in Rietberg gesichtet
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Kurz nach Ostern ist in Rietberg (Kreis Gütersloh) ein durchziehender Wolf gesichtet worden.
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Den Abend des 24. April 2019 werden Bernhard Wietbücher und sein Sohn Moritz wohl so schnell nicht vergessen. Es ist der Abend, an dem den beiden kurz hinter ihrer Hofeinfahrt am Westring in Druffel ein ausgewachsener Wolf begegnet. Das NRW-Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv) hat die Sichtung am Donnerstag offiziell bestätigt. Es ist 20 Uhr, als die Wietbüchers an diesem Mittwoch ins Auto steigen, um noch eine Kleinigkeit zu erledigen.

Vater und Sohn verfolgen Wolf

Das allerdings muss warten, denn keine Minute später meldet sich plötzlich Moritz vom Beifahrersitz aus zu Wort: „Was ist das denn für ein großer Hund?“, will der 14-Jährige von seinem Vater wissen, seine Entdeckung, die sich nur etwa 80 Meter vom Wagen entfernt aufhält, fest im Blick. Bernhard Wietbücher reicht nur ein Moment, um festzustellen: Das ist kein Hund – das ist ein Wolf. Als Jäger sticht dem Druffeler insbesondere die Gangart des imposanten Wildtiers ins Auge, die sich von Bello und Co. deutlich unterscheidet. „Außerdem trug es noch sein Winterfell und auch die dunkle Rute war auffällig“, berichtet Wietbücher im Gespräch mit der „Glocke“.

Rund zehn Minuten lang verfolgen er und sein Sohn mit dem Auto den Weg des Wolfs. Der hält sich zunächst in einer Pferdekoppel auf, kommt der Herde auch einmal sehr nah, bevor er weiterzieht, dicht vorbei an Häusern und Stallungen. Mit seinem Smartphone hält Moritz alles fest. Auch den Moment, als Isegrim die Distanz zum Auto auf etwa 20 Meter verkürzt. Eine Weile läuft der Wolf vor dem Fahrzeug her. „Dabei hat er sich umgeschaut und uns direkt angeguckt“, erinnert sich Bernhard Wietbücher. Schließlich allerdings sucht das Tier das Weite.

Isegrim nur auf Durchreise

Auch wenn es sich beim Wolf bekanntlich um einen Beutegreifer handelt: Sorge bereite ihm dieser Zwischenfall nicht, stellt Wietbücher heraus. Und das, obgleich er einen Geflügelhof betreibe und sich seine Tiere auch im Freien aufhalten. „Ich gehe davon aus, dass der Wolf lediglich auf der Durchreise war“, erklärt der Familienvater. Seine Einschätzung deckt sich mit der des Lanuv. „Es handelt sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um durchziehende Jungwölfe“, teilte die Behörde am Donnerstag mit. Der Plural bezieht sich auf eine weitere Sichtung, die einen Tag zuvor bei Willebadessen im Kreis Höxter gemacht worden war. Dort querte Isegrim kurz nach Mitternacht eine Waldlichtung und wurde dabei von einer Wildkamera erfasst.

Landesamt bestätigt Wolfssichtung

In beiden Fällen wertete das Landesamt die Fotos respektive Filme aus und bestätigte, dass es sich jeweils um einen Wolf gehandelt hat. Die Beobachtungsorte wurden von Wolfsberatern nach weiteren Spuren abgesucht. Über die Identität der Tiere sei bisher nichts bekannt, heißt es in der Pressemitteilung weiter.

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