Fotografin lässt Blumen sprechen
Bild: Sudbrock
Schöne Erinnerungen: Die Landesgartenschau bereicherte die Rietberger Fotografin Gabi Leweling mit ihrer Ausstellung „Blumenkinder“. Zehn Jahre später stöbert sie in ihrem Studio, das sich mittlerweile im Drostenhaus befindet, in den alten Aufnahmen.
Bild: Sudbrock

Das Motto der 171-tägigen Dauerausstellung war Programm: Kinder und Blumen interagierten auf den Bildern, die Gabi Leweling und ihr Team in den Monaten vor der Gartenschaueröffnung vor weißer Studiokulisse „geschossen“ hatten. Mehrere Dutzend Blumenkinder zeigten die großformatigen Abzüge, die die Fotografenmeisterin auf einem sonnenlicht- und wetterbeständigen Spezialpapier ausdruckte.

Vom Säugling bis zum Grundschüler

Eltern, die ihren Nachwuchs für die Ausstellung ablichten lassen wollten, konnten sich im Vorfeld bei Gabi Leweling melden – und machten davon regen Gebrauch. „Die Resonanz war überwältigend“, erinnert sich die Rietbergerin. Das große Interesse an dem Fotoprojekt spiegelte sich später nicht zuletzt in der Motivvielfalt wider: „Vom wenige Monate alten Säugling bis zum Grundschüler reichte die Altersspannbreite“, berichtet Gabi Leweling. Und nicht nur Einzelkinder bekamen sie und ihr Team vor die Linse: Gerne denkt sie beispielsweise an die drei Jungen einer Rietberger Familie zurück, die beim Fotoshooting zwischen allerlei Kunststoffblumen, die als Requisiten dienten, jede Menge Freude hatten.

Spannendes Projekt

Spaß gemacht hat die Arbeit für die „Blumenkinder“-Ausstellung aber auch Gabi Leweling und ihren Mitarbeiterinnen. „Das war ein spannendes Projekt, und die Bereicherung der LGS durch unseren eigenen Beitrag spornte uns zusätzlich an.“

Die 60 mal 300 Zentimeter messenden Fotos der „Blumenkinder“ zierten vom ersten bis zum letzten LGS-Tag die Blumenschau unweit der Seerose. Die dortige Betriebshalle des Bauhofs war für die Dauer der floralen Großveranstaltung zur Ausstellungsfläche umfunktioniert worden. Gestaltungsideen für Haus und Garten zeigten im Inneren der Halle Fachfirmen aus nah und fern.

Schlichten Zweckbau aufgehübscht

„Ohne unsere Blumenkinder hätte die Halle ziemlich trostlos gewirkt“, ist sich Gabi Leweling sicher. Denn das Gebäude, in dem normalerweise die Fahrzeuge des Bauhofs untergestellt werden, ist ein schlichter Zweckbau. Aber kahle Wände waren während der LGS 2008 dank der Dauerausstellung der Rietberger Fotografin innen wie außen Fehlanzeige: Überall strahlten den Besuchern zwischen Pflanzkübeln, Gestecken, floralen Tischarrangements und Gestaltungsideen für Garten, Balkon sowie Terrasse die Blumenkinder entgegen.

Feuer und Flamme für die LGS

„Sofort Feuer und Flamme“ war Gabi Leweling nach eigenem Bekunden, als der damalige Rietberger Bürgermeister und heutige Präsident des nordrhein-westfälischen Landtags, André Kuper, die Idee zur Ausrichtung einer Gartenschau öffentlich vorstellte. „Deshalb war es für mich auch keine Frage, mich in irgendeiner Form dabei einzubringen“, betont Gabi Leweling. „Der Entschluss stand von vornherein fest.“

„Das bin ich“

Bei einem Beitrag der Fotografenmeisterin zur LGS blieb es jedoch nicht. Parallel waren von ihr während der zweiten Hälfte der fünfeinhalbmonatigen Veranstaltung 100 Porträts von Rietberger Frauen im heute vom Jugendwerk genutzten ehemaligen Franziskanerkloster zu sehen. „Das bin ich“, lautete der Titel dieser zweiten LGS-Ausstellung Gabi Lewelings. Das Projekt, 100 Frauen unterschiedlichen Alters für eine Sonderschau abzulichten, stand in direktem Zusammenhang mit einer Aktion des Westfälischen Freilichtmuseums Detmold. Aus dem historischen Negativbestand des ehemaligen Rietberger Fotografen Josef Kuper hatte das Museum seinerseits eine Ausstellung mit Porträts früherer und zum Teil sogar noch lebender Bewohnerinnen der Emsstadt zusammengestellt, die während der LGS im Alten Progymnasium bewundert werden konnte.

Drei Jahre später legten Freilichtmuseum und Fotografin noch einmal nach: 2011 wurden im Rahmen zweier paralleler Ausstellungen 100 historischen Männerporträts aus dem Kuper-Archiv Aufnahmen heutiger Rietberger gegenübergestellt. Dafür hatte Gabi Leweling seinerzeit 100 Männer vom Teenager bis zum Rentner vor die Linse geholt.

Der Kreis schließt sich

Die Fotografenmeisterin Gabi Leweling betreibt seit 1989 ein eigenes Geschäft. Bis 2017 war ihr Studio an der Straße „Am Balkan“ am Rand der Innenstadt beheimatet. Inzwischen erfolgte der Umzug in historische Räumlichkeiten. Das Drostenhaus an der Straße „Im Sack“ bietet der Fotografin nicht nur ein gediegenes Ambiente, sondern auch den für kreatives Arbeiten erforderlichen Freiraum. Mit dem Umzug ins Drostenhaus schließt sich der Kreis: Denn der schmucke Fachwerkbau, in dem einst die höheren Bediensteten des Rietberger Landesherrn residierten, wurde passend zum LGS-Jahr 2008 von dem Westerwieher Unternehmerpaar Heiner und Andrea Kühlmann aus dem Dornröschenschlaf geweckt.

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