Friedhofshalle erstrahlt in neuem Glanz
Bild: Wille
Sind überzeugt von den Renovierungsarbeiten an der Friedhofskapelle in Rietberg: (v. l.) Architektin Ute Kleinewietfeld, Bernhard Altehülshorst (Bürgerstiftung), Pfarrer Andreas Zander und Rüdiger Rupinski (Bürgerstiftung).
Bild: Wille

„Wir wollen es den Menschen ermöglichen, in moderner Atmosphäre zu trauern“,  betont Pfarrer Andreas Zander. Was in den vergangenen Monaten aus der Friedhofskapelle der 1970er-Jahre geworden ist, ist beachtlich. Die Aufbahrungsräume im Altbau wurden grundlegend verändert, Abschiedsräume wurden gebaut, der Boden und die Decke wurden erneuert, ein Bad mit Dusche, ein Hygieneraum und sogar eine Fußbodenheizung gibt es. „Der alte Bau an sich ist aber erhalten geblieben“, erklärt Architektin Ute Kleinewietfeld.

Auch die bisherige Form hat sich nicht verändert: „Stühle und Altar sind asymmetrisch angeordnet“, betont Zander. Ein Altar? Mag sich der eine oder andere verwundert fragen. Wo früher in der Trauerhalle noch ein eisernes Kreuz hing, steht jetzt ein Kreuzaltar. „Er ist das Prunkstück“, sagt Pfarrer Andreas Zander stolz. Er ist aus mehreren Einzelteilen zusammengesetzt, die oberen Teile waren jahrelang in Hardehausen gelagert, die Steinfiguren lagen auf dem Kirchenboden. „Das ist ein Einzelkunstwerk, das hierher gehört. Dadurch bekommt der Raum eine ganz andere Atmosphäre“, findet Zander.

Die Restauration des Altar-Kunstwerks schlägt mit 19 100 Euro zu Buche. Eine Menge Geld, das auf Spendenbasis finanziert werden soll. „Wir hoffen, dass das über Spenden zu machen ist“, sagt er. „Der Altar kommt zwar aus der Katholischen Kirche, beerdigt werden können hier aber Menschen aller Konfessionen“, fügt der Rietberger Pfarrer Andreas Zander hinzu.

Besonders wichtig ist es der Kirchengemeinde St. Johannes Baptist, dass die Menschen sich in angemessener Atmosphäre von ihren Liebsten verabschieden können. Früher mussten Angehörige den Verstorbenen hinter einer Scheibe betrachten, vor der ein Vorhang gezogen war. Waren mehrere Familien anwesend, konnte man nicht in Ruhe Abschied nehmen.

Die neuen Abschiedsräume bieten hingegen die Möglichkeit, sich zu dem Verstorbenen zu setzen und die Tür hinter sich zu schließen. Betritt jemand den Raum, geht automatisch das Licht an und die Kühlung stellt sich aus. „So muss sich niemand unwohl fühlen“, erklärt Ute Kleinewietfeld.

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