Frontalangriff auf die Lachmuskeln
Raffiniert: Gitarrenspiel mit Hilfe von Tischtennisbällen.

„Auf Einzelschicksale können wir keine Rücksicht nehmen“, stellte das Comedy-Duo von Anfang an klar und so unternahm das Publikum gar nicht erst den Versuch zur Gegenwehr, sondern flippte gleich zu Beginn des Abends – unter sorgfältiger Anleitung – völlig aus.

Herrlich komisch, jungenhaft charmant und mit viel kindlicher Freude an der Clownerie erwiesen sich die beiden Spaßmacher als echte Stimmungskanonen und Meister der „Hochkultur“. Herr Fröhlich wusste seine Gags punktgenau zu platzieren und verblüffte als „der Welt einziger Einmann-Spielmannszug“ an skurrilen, selbst konstruierten Instrumenten.

Einer gewöhnlichen Mülltonne entlockte er ebenso schaurig-schöne Töne wie einem Laubsauger, der für den Kuschelhit „Blowing in the Wind“ herhalten musste: „Schließlich sind wir poetische Gesellen und lieben die stillen Töne.“ Um das Publikum „noch weiter in den Wahnsinn zu treiben“, setzte das unkonventionelle Musikgenie aber noch einen drauf und trötete auf einer Schubkarre einen brasilianischen Samba. Herr Niels, Meister der pantomimischen Körperkunst, kommentierte dies mit seiner unnachahmlichen Mimik und warf mitleidig ein paar Konfettis in die Luft.

Die Zuschauer amüsierten sich köstlich und waren ganz aus dem Häuschen, als der Gummimann schließlich seinen hochelastischen Körper in scheinbar unmöglichen Schief- und Schräglagen akrobatisch „sprechen“ ließ, ohne dabei seine Standfestigkeit zu verlieren. „Er war in seinem vorherigen Leben ein Ballett-Tänzer. Man nannte ihn den Nurejew des Weserberglands“, plauderte Herr Fröhlich verschmitzt aus und konterte mit anmutiger Sportgymnastik frei nach dem Motto „Wenn man nichts mehr zu verlieren hat, was soll einem dann noch peinlich sein.“

Sein Rat: „Man kann ruhig doof aussehen, man muss halt was draus machen.“ Als passionierter Gedichte-Aufsager glänzte der tapsig und anrührend unbeholfen wirkende Mann mit der großen Hornbrille mit Versen wie: „Im Irrenhaus hat man wohl zu Recht erkannt, so mancher, der verrückt genannt, erkennt beim Blick nach außen, die wahren Irren sitzen draußen.“

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