Gemeinsames Lernen ist ein Erfolgsrezept
Inklusion erfolgreich gestartet: Hermann Lütkebohle von der Stadtverwaltung, Grundschulleiterin Annemarie Schulze und Schulamtsdirektorin Christel Dahlhoff-Hilbert (v.l.) zogen eine erste Bilanz

Schulamtsdirektorin Christel Dahlhoff-Hilbert hat bei einem Besuch in der Dasshorst-Grundschule die Offenheit gegenüber dem gemeinsamen Unterricht in Rietberg gelobt. „Wir haben nur positive Stimmen gehört, und es gab die Qual der Wahl, an welcher Grundschule künftig Mädchen und Jungen mit Behinderungen zusammen mit gesunden Kindern lernen können. Das ist längst nicht selbstverständlich“, sagte die Expertin aus dem Kreisschulamt. In einem Gespräch mit Hermann Lütkebohle (Abteilungsleiter Schule, Kultur und Sport in der Rietberger Stadtverwaltung) und Grundschulleiterin Anneliese Schulze zog Christel Dahlhoff-Hilbert eine positive Bilanz der ersten kooperativen Unterrichtsphase in der Dasshorstschule seit Ende der Sommerferien.

Einhellige Zustimmung im Ausschuss

„Auf Antrag der FDP-Fraktion ist das Thema des gemeinsamen Unterrichts für Schüler mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf an einer Regelschule von unserem Fachausschuss aufgenommen worden. Der Ausschuss hat auch der Einrichtung der neuen Lehrform ab dem Schuljahr 2022/2012 einhellig zugestimmt“, erläuterte Hermann Lütkebohle. „Zudem sicherte die Politik zu, im wirtschaftlich vertretbaren Rahmen auch für die notwendige sächliche Ausstattung zu sorgen.“

Bauliche Maßnahmen abgeschlossen

Alle vorbereitenden Maßnahmen seien in den Sommerwochen erledigt worden und so hätte im September wie geplant der Startschuss gegeben werden können. Fünf Kinder mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen nehmen seither am Rinnerforth mit gesunden Mädchen und Jungen am Regelunterricht teil.

Zentrale Lage gibt den Ausschlag

Lütkebohle: „Im Vorfeld hat es bei uns zahlreiche Gespräche zur Umsetzung dieses Projekts gegeben, insbesondere auch mit den Leitungen aller Grundschulen.“ Letztlich sei die Entscheidung für die Dasshorstschule aufgrund ihrer zentralen Lage und des großzügigen Raumangebots gefallen. „Zudem arbeitet schon seit einigen Jahren Förderschullehrer Martin Boberg aus der Martinschule mit einigen Stunden in der Dasshorstschule und war frühzeitig bereit, diese neue Klasse mit zu führen. So werden die Kinder in den meisten Unterrichtseinheiten von zwei Lehrkräften gleichzeitig betreut“, erklärte die Gütersloher Schulrätin Christel Dahlhoff-Hilbert.

Individuelle Förderung

„Jedes Kind kann individuell so schnell lernen, wie es zu ihm passt. Jeder lernt so gut er kann“ – so lautet das Motto der inklusiven Schulform. Eingerichtet wurde der gemeinsame Unterricht in einer ersten Klasse. „Aufsteigend in den Folgeschuljahren soll auch weiterhin bei entsprechendem Bedarf dieses Angebot unterbreitet werden“, informiert Direktorin Anneliese Schulze. „Unsere Erfahrungen aus den ersten beiden Monaten sind sehr gut. Gerade auch für die gesunden Kinder ist diese Unterrichtsform eine echte Bereicherung.“

Weiterführende Schulen ins Boot holen

In knapp vier Jahren steht dann für die ersten Kinder aus dem inklusiven Unterricht der Wechsel in die fünfte Jahrgangsstufe einer weiterführenden Schulform an. „Diese Perspektive muss bis dahin geklärt werden“, blickt Schulamtsdirektorin Christel Dahlhoff-Hilbert in die Zukunft. Es gelte zu prüfen, inwieweit in Haupt-, Realschule oder Gymnasium Nepomucenum Rietberg die Möglichkeit für eine Fortsetzung des inklusiven Unterrichts geschaffen werden können.

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