Gipfeltreffen im „Hühnerdorf“
Bild: Sudbrock
Unter Hochspannung: Die Showtanzgruppe „Fascination“ schlug auf der Bühne im Saal von Josef Kreutzheide Funken und elektrisierte das Publikum mit einer mitreißenden Performance.
Bild: Sudbrock

Aber egal ob Westerwiehe oder Washington: Mitgehört wird hüben wie drüben. „Warum müsst ihr Deutschen immer alles so eng sehen?“, wollte der US-Präsident (Markus Diekotto) von seiner Berliner Amtskollegin (Klaus Hesse) mit Blick auf die Spionageaffäre wissen. „War doch alles halb so schlimm“, befand „Mister Oberhammer“, schließlich besage doch ein Sprichwort: „Was sich liebt, das checkt sich.“

„Papa, was ist Piepen?“

Banalere Probleme plagten einen Familienvater aus dem „Hühnerdorf“ (Dennis Darming), den seine beiden Zwillinge (Daniel Stahlberg und Hubert Brüggenjürgen) ausgerechnet vor dem Schaufenster von „Buxenrudi“ mit der Frage löcherten, was genau eigentlich „Piepen“ bedeutet. Der alte Trick, so lange ums eigentliche Thema herumzureden, bis keiner mehr weiß, worum es eigentlich geht, funktionierte nicht, weshalb der stolze Papa sich am Ende mit dem Problem konfrontiert sah, „zwei siebenjährige Mädchen zuhause zu haben, die praktisch aufgeklärt sind, aber immer noch an den Weihnachtsmann glauben“.

„Dir steht ja eh nichts“

Wobei: Es hätte für ihn noch schlimmer kommen können. Das bewiesen „Fabse und Tüt“ alias Fabian Hartkamp und Daniel Stüker als verbittertes Ehepaar, bei dem der Funke schon seit langem nicht mehr überspringt. Das liebevollste Kompliment, das „Peter“ seiner „Bärbel“ machen konnte, war da noch dieses: „Du kannst anziehen, was du willst, dir steht sowieso nichts.“

20 Euro aufs Safetycar gesetzt

Ja, ja, die Frauen. Auch „Ährwin“ (Ralf Gnüchwitz-Holtkamp) wusste über seine Angetraute ein Liedchen zu singen. Die Gattin sei so einfältig, dass er ihr Bügeln problemlos als „Brettspiel für eine Person“ verkaufen könne. Aber sein bester Freund sei auch nicht wesentlich intelligenter: „Der hat beim letzten Formel-Eins-Rennen 20 Euro auf das Safetycar gesetzt.“ Bütten-Neuling Dirk Bunger beschäftigte sich als „Ackie, der Camper“ mit der Frage, ob frisch verliebte Vegetarier überhaupt Schmetterlinge im Bauch haben dürfen.

Vergleichsstudie am Schimmel

Bei so viel Fachsimpelei auf der Bühne der Westerwieher Kolpingnarren wurde es höchste Zeit für eine wissenschaftliche Annäherung an die aufgeworfenen Problemstellungen. Das war das Stichwort für Christopher Kleibaumhüter, Thomas Brüggemann und Philip Isenbort, die in ihrer „Vergleichsstudie 3.0“ den Beweis antraten, dass man(n) auch ohne Hände wunderbar Klavier spielen kann – und das sogar zu dritt. Für das Ständchen auf dem Schimmel spendete das Publikum reichlich Beifall, auch wenn die begnadeten Musiker den einen oder anderen „Hänger“ mit einem frisch gezapften Pils zu überbrücken versuchten.

„Menschenorchester“ rockt den Saal

Ganz der Klassik verschrieben hatte sich das „Menschenorchester“ der Katholischen Frauengemeinschaft. „Dirigentin“ Mäggi Mertensmeier schwang den Taktstock, grazile KFD-Damen wurden zu lebenden Instrumenten und am Ende des umjubelten Auftritts war das Motto der Närrinnen längst Programm geworden: „We will rock you“.

Funkenflug und Urlaubsstimmung

Stecker rein, Scheinwerfer an: Unter Strom standen die Tänzerinnen der Gruppe „Fascination“. Als spannungsgeladene Funken wirbelten sie über die Bühne und sorgten so für „Elektroschocks“ der angenehmeren Art. Die Koffer gepackt und gen Süden geflogen waren die Westerwieher „Beach Boys“. Am „Ballermann 6“ genossen sie nicht nur Sonne und Meer, sondern lieferten auch eine astreine Strandperformance ab, die ein akrobatisches Glanzlicht nach dem anderen setzte. Damit nicht genug: Auch Gardeküken und -teenies, „Art of Act“ und Boker Prinzengarde begeisterten.

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