Gönnern zu Lebzeiten Denkmal gesetzt
Bild: Vredenburg
Mit Wappenscheiben wie diesen hat sich die gute Gesellschaft zu Beginn des 18. Jahrhunderts ein gläsernes Denkmal gesetzt, weiß Heimatvereinsvorsitzender Dr. Michael Orlob.
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Damit setzten die Mönche den edlen Spendern, die zwischen 1716 bis 1726 den Neubau des Klosters unterstützten, zu Lebzeiten ein Denkmal. Zu den Stiftern gehörten neben den Städten Rietberg, Warendorf und Wiedenbrück auch der Klerus der Grafschaft Rietberg, das Domkapitel zu Paderborn sowie Adelige und Bürger aus der Umgebung. Eines der Wappen weist etwa auf den früheren Adelssitz Graswinkel hin – heute noch als Straßenname bekannt.

Als die Franziskaner das im Bogen der Ems gelegene Kloster 1970 verließen, überließen sie die kunstvoll gefertigten Fenster als Leihgabe dem Westfälischen Freilichtmuseum in Detmold. Unterstützt vom Westfälischen Amt für Denkmalpflege hatten sich Stadt und Heimatverein seit 1985 um die Rückführung der kostbaren Fenster an ihren ursprünglichen Ort bemüht. „Weil die Franziskaner Geld brauchten und wir ihnen eine Spende in Höhe von 4000 D-Mark für ihre Missionsarbeit in Brasilien in Aussicht gestellt haben, erklärte das Provinzialat der Sächsischen Ordensprovinz der Franziskaner in Werl schließlich im Jahr 1991 sein Einverständnis zur Rückführung der Fenster“, erinnert sich Heimatvereinsvorsitzender Dr. Michael Orlob. Die NRW-Stiftung, die Sparkasse Rietberg und das Land NRW hätten die Finanzierung gesichert. Im Frühjahr 1995 seien die teilweise durch Hagelschlag beschädigten und daraufhin aufwendig sanierten Fenster schließlich in den Klostergang eingebaut worden – geschützt durch dicke Plexiglasscheiben. Die großzügig geschnittenen Fensterbänke sind mit echten Delfter Fliesen aus dem beginnenden 18. Jahrhundert ausgelegt.

Früher im Klostergarten beheimatet, schmücken den Kreuzgang, in welchem bis 1827 verstorbene Franziskaner bestattet wurden, heute auch die Originale zweier barocker Sandsteinfiguren: die Maria Immaculata (1762 in der Werkstatt des westfälischen Barockbildhauers Johann Theodor Axer entstanden) und der Heilige Petrus von Alcantara (1768 von Johann Philipp Pütt gefertigt).

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