Grüne: Mit Ultraschall gegen Klärschlamm
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Was machen mit dem Klärschlamm? Die Rietberger Bündnisgrünen möchten im nächsten Betriebsausschuss am Dienstag, 17. März, die Stadtverwaltung damit beauftragen, das Material mit einem Hochleistungs-Ultraschallsystem zu behandeln.
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Die Fraktion verspricht sich von dem Vorstoß eine deutliche Steigerung der Effizienz und damit Wirtschaftlichkeit der Rietberger Kläranlagen. Der Antrag soll in der Sitzung des Betriebsausschusses am Dienstag, 17. März, diskutiert werden.

Eine Nachrüstung des Systems sei unkompliziert, heißt es in dem Schreiben der Grünen. Einmal eingebaut, ließe sich aus den vorhandenen Biofeststoffen mehr Ertrag gewinnen. „Bei Kläranlagen bedeutet dies, dass durch die Ultraschallbehandlung des Klärschlamms weniger Restschlamm entsteht und gleichzeitig Biogas erzeugt wird, das zur Energieversorgung der Kläranlage genutzt werden kann.“ Pluspunkt des Verfahrens sei überdies, dass es umweltfreundlich ist.

Die Fraktion bezieht sich in ihrem Antrag konkret auf das System der Sonotronic-Nagel-GmbH. Das Unternehmen verspricht eine Verkürzung der Faulzeit um bis zu 60 Prozent sowie eine Verminderung des Restschlamms um bis zu 30 Prozent und der Kosten der Kläranlage in der Klärschlammbehandlung um etwa 50 Prozent. Das Modul, das dafür nachgerüstet werden müsste, besteht aus einem Reaktorbehälter und fünf Ultraschallgeneratoren, die die Energie für fünf Schwinggebilde erzeugen. Letztere übertragen laut Hersteller als Ultraschallgeber die Energie an die vorbeiströmenden Biofeststoffe. Auf den Einsatz umweltbelastender Chemikalien könne so verzichtet werden, heißt es.

Dass das System funktioniert, zeigt den Rietberger Grünen ein Blick nach Traunstein. Die dortige Kläranlage produziere nach Einbau der Technologie bis zu 30.000 Kilowattstunden Strom im Monat mehr bei einer Reduktion der Klärschlammmenge um 14 Prozent. Das Konzept soll sich dort binnen dreieinhalb Jahren amortisiert haben.

Im Dezember 2018 hatte sich die Fraktion schon einmal dem Thema Klärschlammaufbereitung gewidmet. Seinerzeit schlug sie vor, auf eine Pyreg-Anlage umzusteigen (diese Zeitung berichtete). Diese wandelt den Schlamm sowie Grünabfälle verhältnismäßig kostengünstig in verkaufsfertigen Phosphordünger, Pflanzenkohle und regenerative Wärmeenergie um. Der Vorstoß war jedoch mehrheitlich vom Betriebsausschuss abgelehnt worden.

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