Heizung macht Politikern kalte Füße
Bild: Vredenburg
Heiße Rhythmen auf der Bühne, frostige Stimmung im Zuschauerraum: Das Raumklima in der Cultura ist verbesserungsfähig, denn die vorhandene Heizung ist nicht auf die besondere Architektur des Rundtheaters abgestimmt. Das soll nach den Vorstellungen der Stadtverwaltung demnächst anders werden. 350.000 Euro würde nach Schätzungen der Kommune ein neues Heizungssystem kosten.
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Die veranschlagten Kosten von bis zu 350.000 Euro bereiteten einigen Mitgliedern des Bau-, Planungs- und Verkehrsausschusses während der jüngsten Sitzung zwar Bauchschmerzen, trotzdem stimmte das Gremium nach längerer Debatte einstimmig dafür, zumindest die Planung der Maßnahme in Auftrag zu geben. 30.000 Euro sollen dafür im Haushaltsplan vorgesehen werden. Die Stadtverwaltung hatte zunächst 50.000 Euro einkalkuliert, auf Vorschlag von Josef Beermann (FWG) einigte man sich aber auf eine Reduzierung des Planungsansatzes.

Ob die Cultura aber tatsächlich eine neue Heizungsanlage erhält, darüber wurde in der Fachausschusssitzung noch nicht abschließend beraten. Eine Entscheidung diesbezüglich soll erst fallen, wenn die Planung steht und eine genauere Kostenschätzung vorliegt.

Zweifel an der Notwendigkeit der Maßnahme hegte beispielsweise Peter Pepping (FWG). „Droht uns der kulturelle Niedergang, wenn wir keine optimalen Klimabedingungen in der Cultura gewährleisten können?“, wollte der sachkundige Bürger wissen und gab sich gleich selbst die Antwort: „Der Ist-Zustand ist nicht so dramatisch, dass wir uns diese Kosten unbedingt ans Bein binden müssen.“ Auch Frank Schnatmann (CDU) lagen die zu erwartenden Kosten nach eigenem Bekunden schwer im Magen.

Gerd Muhle (SPD) wies darauf hin, dass die Cultura unter Stadtmarketing-Gesichtspunkten ein wichtiges Gebäude für Rietberg sei. Für ihn stand deshalb außer Frage, „dass dort eine vernünftige Heizung hereingehört“. Kondenswasserbildung, zugige Ecken und Fußkälte ließen sich nämlich nicht mit dem hohen Anspruch ans Kulturprogramm verbinden. Alfons Hollenhorst von der städtischen Bauabteilung wies darauf hin, „dass wir die Cultura seinerzeit als eine Art Zirkuszelt erworben haben“. Eine Nutzung in der kalten Jahreszeit sei ursprünglich nicht vorgesehen gewesen. „Doch mit der Zeit haben sich die Ansprüche an das Gebäude mit Blick auf die Bestuhlung und die Einrichtung sowie die Anbindung ans Schulzentrum immer weiter erhöht.“

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