Hoffnung für das Profilwerk Neuenkirchen
Bild: Tiemann
Die Mitarbeiter des Profilwerks Neuenkirchen (Berg-Gruppe) hoffen auf einen belgischen Investor.
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Unterdessen haben am Mittwoch sieben der 50 Beschäftigten fristlos gekündigt, informierte Hans-Werner Heißmann-Gladow von der IG Metall. „Bei ihnen ist die finanzielle Not so groß, dass sie umgehend Geld brauchen.“ Eine Eigenkündigung sei rechtlich gesehen die einzige Möglichkeit gewesen, umgehend Insolvenzgeld ausbezahlt zu bekommen.

Alle anderen hofften weiterhin auf eine Lösung, hätten aber die Arbeit eingestellt. „Die Leute sind sauer auf die Eigentümerfamilie Schnell aus Frankfurt“, sagte Heißmann-Gladow Mittwoch nach einer Betriebsversammlung. Das Unternehmen sei de facto führungslos. Weder Inhaber Dr. Claus Schnell noch seine Mutter Henrike ließen sich blicken. „Es läuft alles über den Insolvenzverwalter, die Familie steckt den Kopf in den Sand und sitzt die Situation einfach aus“, beklagte der IG-Metall-Vertreter.

Ein Angebot, das Henrike Schnell über den Insolvenzverwalter an die Belegschaft herangetragen hatte, bringt die Mitarbeiter erst recht auf die Palme: „Sie hat 22 Kollegen namentlich benannt, die für einen Monat weiterbeschäftigt werden sollen“, erklärte Heißmann-Gladow. Doch die Kollegen ließen sich kein zweites Mal „durch den Kakao ziehen“. Sie befürchten nämlich, dass sie für ihre Arbeit einmal mehr nicht bezahlt werden würden, weil sie bis heute noch auf den Lohn von Dezember 2011 warten.

Arbeit wäre theoretisch da: Für besagte belgische Firma fertigt das Profilwerk Teile für die Möbelindustrie, Aufträge liegen vor. Doch mit einer solchen Übergangslösung gebe sich die Belegschaft nicht zufrieden, betonte Heißmann-Gladow: „Wir fordern eine Zusage der Belgier, als Investor beim Profilwerk einzusteigen. Sobald die vorliegt, wird wieder gearbeitet.“ Eine Entscheidung über den Einstieg des potenziellen Investors erwartet die IG Metall für Anfang nächster Woche.

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