In Gnadenkirche gehen die Lichter aus
Pfarrer Dietrich Fricke im Inneren der Gnadenkirche, die bis zum Jahresende geschlossen werden soll.

Voraussichtlich schon zum 31. Dezember sollen in der Mitte der 1950er-Jahre errichteten Gnadenkirche die Lichter ausgehen. Zu dem Gebäudekomplex gehören die Kirche mit zirka 100 Sitzplätzen sowie zwei kleinere Versammlungsräume und das Arbeitszimmer des Pfarrers. Grund für die bevorstehende Schließung der evangelischen Kirche ist nicht nur die seit Jahren konstant zurückgehende Nutzung.

Rückläufige Kirchensteuereinnahmen

Auch finanzielle Beweggründe haben die Gemeinde zu dieser Entscheidung gezwungen. Die vorausgesagten Rückgänge bei den Kirchensteuereinnahmen zwingen auch die Protestanten in der Emsstadt und ihren Ortsteilen zum Sparen. Wie die Gnadenkirche in Zukunft genutzt werden soll, steht noch in den Sternen. Denkbar ist offenbar die langfristige Überlassung des Gebäudes auf Erbpachtbasis oder sogar der Verkauf der Immobilie, zu dem auch ein weitläufiges Gartengrundstück gehört.

Gemeindeleben verlagert sich nach Rietberg

Bereits im vergangenen Winter hieß es seitens der Kirchengemeinde, dass der Fortbestand der Mastholter Kirche auf Dauer nicht mehr gesichert sei. Ein Großteil des Gemeindelebens habe sich vom Jahr 2000 an sukzessive nach Rietberg verlagert. Musik- und Gemeindegruppen treffen sich verstärkt an der Müntestraße oder im Bibeldorf.

Rückläufig war in Mastholte zuletzt auch die Zahl der Gottesdienstbesucher. Viele Gläubige aus Mastholte machten stattdessen von der Möglichkeit Gebrauch, in der Rietberger Kirche oder im Bibeldorf an den Gottesdiensten teilzunehmen.

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