Insektenhotels bieten Unterschlupf
Bild: Sudbrock
Gerade an heißen Sommertagen haben es Biene, Hummel und Co. schwer. Ihr Überleben sichern sollen in Bokel jetzt Trinkstationen, die an Bäumen aufgehängt werden. Tischlermeister Bernd Junker hat sie entworfen und gebaut.
Bild: Sudbrock

Bernd Junker und Matthias Voike haben gemeinsam mit weiteren Helfern gemütliche Insektenhotels gezimmert. Dabei handelt es sich um etwa armgroße Holzquader, in die zahlreiche Vertiefungen gebohrt wurden. Entstanden sind auf diese Weise kleine Höhlen. Die Rückzugsmöglichkeiten stehen insbesondere bei Wildbienen hoch im Kurs: Den vielerorts im Bestand gefährdeten Insekten dienen sie als wertvolle Nist- und Überwinterungshilfen. Denn in der freien Natur gibt es – nicht zuletzt durch die Eingriffe der Menschen in den vergangenen Jahrzehnten – zunehmend weniger geeignete Schutzzonen für sie.

Ausgeklügelter Spender versorgt Bienen und Co. mit Wasser

In mühevoller Kleinarbeit hergestellt haben die beiden Tischler darüber hinaus ausgeklügelte Wasserspender, die in den sonnenreichen Sommermonaten von Insekten und Vögeln gleichermaßen genutzt werden können. Bernd Junker kümmert sich zudem um die regelmäßige Wiederbefüllung der Tränken. Aufgehängt wurden die ersten Exemplare nun an Bäumen entlang des Blühstreifens an der Brunnenstraße in Bokel. Dort befindet sich zugleich die Keimzelle der Aktion „Bokel brummt“, die vor knapp zwei Jahren mit großem Erfolg gestartet ist und inzwischen immer weitere Unterstützer findet.

Ute Sommer, damals Vorsitzende des CDU-Ortsverbands, gehörte zu den Gründern der Initiative. „Dass zunehmend weniger Insekten in Gärten, auf Wiesen und Feldern anzutreffen sind, war für uns eine Art Warnsignal“, erinnert sie sich an die Anfänge. „Für uns war schnell klar, dass wir etwas tun müssen.“ Ehrenamtliche Helfer waren schnell gefunden, viele aus Reihen der örtlichen CDU, aber auch darüber hinaus.

Seitdem zieht man in Rietbergs zweitkleinstem Stadtteil in Sachen Umweltschutz an einem Strang: Blühstreifen mit Wild- und Kulturblumen gibt es mittlerweile zum Beispiel auch am Sudeschweg, an der Lannertstraße und an der Flammenmühle. Hinzu kommen Blühflächen, die sich in Privatbesitz befinden, etwa in Siedlungsgärten. Ute Sommer: „Viele Bürger haben erkannt, dass es naturnahe Alternativen zur monotonen Rasenfläche oder auch zum leblosen Steingarten gibt.“ Das mache ihr und ihren Mitstreitern Mut, denn: „Unsere Botschaft ist offenbar angekommen.“ Auch die Landwirte sind aktiv geworden: Viele legen am Rand ihrer Felder üppige Wildblumenbereiche an.

Karte gibt Aufschluss über einzelne Flächen

„Das Ganze ist nach wie vor erweiterungsfähig“, sagt „Bokel brummt“-Aktivist Bernd Junker und meint damit nicht nur den Bau weiterer Insektenhotels und Tränken. „Jeder, der Interesse hat, kann sich uns anschließen oder in Eigeninitiative aktiv werden“, erläutert er. Inzwischen ist die Blühstreifenkampagne immer weiter professionalisiert worden. Es gibt eine Karte, in der die einzelnen Flächen eingezeichnet sind.

Thorsten Buschmann kümmert sich um die Bewässerung der Blumenrabatten entlang der Straßen – gerade angesichts der Gluthitze der vergangenen Tage eine nicht unwesentliche Aufgabe. Zum harten Kern der Initiative gehören darüber hinaus Bokels CDU-Chef Sebastian Schnusenberg, Andreas Böckmann und Matthias Strothmann. Stolz ist das Team, dass sogar örtliche Vereine und Verbände auf das wichtige Thema Insektenschutz aufmerksam geworden sind. So hat die Katholische Frauengemeinschaft an der Brunnenstraße ein eigenes kleines Blühfeld angelegt, dass in Anlehnung der Kurzbezeichnung KFD „Käfer-Florflieger-Domizil“ getauft wurde.

Initiative steht auf solidem Fundament

Tipp:

Weitere Infos zur Aktion  „Bokel brummt“ sind per Mail erhältlich an bokel@cdu-rietberg.de.

Die Aktion „Bokel brummt“ wächst und gedeiht – und die Insekten fliegen regelrecht darauf. Das freut die Akteure im Dorf, die sich die Schaffung neuer Lebensräume für die kleinen Flugtiere auf die Fahnen geschrieben haben. Auch in anderen Rietberger Stadtteilen folgt man inzwischen dem Beispiel der Bokeler. Im Nachbarort Mastholte etwa sind Landwirte aktiv geworden und haben Blühstreifen angelegt („Die Glocke“ berichtete).

In Bokel steht die Kampagne inzwischen auf einem soliden Fundament. Die Mitglieder der Initiative haben beispielsweise auch Samentüten verteilt, mit denen jeder Bürger bei sich zu Hause im Garten Wildblumenwiesen für Biene, Hummel und Co. anlegen kann. Willkommen waren und sind auch Blumenspenden örtlicher Gärtnereien sowie Groß- und Einzelhändler. Die Pflanzen – darunter 400 Lavendelbüsche in zwei Chargen – wurden kostenlos an interessierte Bürger weitergegeben, die damit die florale Artenvielfalt in ihren heimischen Anpflanzungen zugunsten der Insekten aufstocken können.

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