Institut Vita: Im Herbst soll Umbau starten
Bild: Sudbrock
Klaus Peter Nottrodt verantwortet als Projektleiter den Umbau des ehemaligen Instituts Vita. In den Bestandsimmobilien sowie in zwei noch zu errichtenden Neubauten sollen unter anderem Eigentumswohnungen und eine Seniorenresidenz entstehen. Zuletzt kam es zu Verzögerungen.
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„Wir arbeiten nach Kräften daran, unser Vorhaben planerisch und baulich umzusetzen.“ Im Gespräch mit der „Glocke“ bestätigt Nottrodt, dass es zu Verzögerungen bei der Kaufabwicklung gekommen sei. Das habe mit umfangreichen internen Umstrukturierungen bei der Wirtschaftshaus Aktiengesellschaft zu tun gehabt. Inzwischen sei aber alles in trockenen Tüchern und die Immobilie an der Stennerlandstraße in Rietberg Eigentum der im niedersächsischen Garbsen beheimateten Wirtschaftshaus AG.

33 Wohnungen weniger als ursprünglich geplant

Diese habe wiederum ihr Tochterunternehmen WH Plan und Projekt mit der Umgestaltung des ehemaligen Missionshauses der Weißen Väter beauftragt. Die ersten Anträge für die Umnutzung der Bestandsimmobilien und die Errichtung der Neubaukörper, die zusätzlich auf dem weitläufigen Areal entstehen sollen, seien inzwischen bei der Stadt Rietberg gestellt worden, sagt Projektleiter Klaus Peter Nottrodt. „Unser Wunsch wäre es, im Spätherbst mit den Arbeiten am Standort beginnen zu können.“ Das setze jedoch die Genehmigung der Stadt voraus, die es abzuwarten gelte.

Entgegen bisheriger Planungen gibt es eine wesentliche Änderung. Diese betrifft den im Jahr 1967 errichteten Gebäudetrakt, in dem früher unter anderem das Kunst- und Modegeschäft, die Übernachtungszimmer für Gäste sowie das Café „Vita Arkaden“ untergebracht waren. In dem Komplex, der von der Stennerlandstraße aus gesehen linker Hand liegt, sollen nach Auskunft von Nottrodt nun doch keine Eigentumswohnungen entstehen. 33 Einheiten seien in der gut 50 Jahre alten Immobilie ursprünglich vorgesehen gewesen. Inzwischen sei man von diesem Vorhaben jedoch abgerückt.

Folgenutzung für Gebäudetrakt noch offen

 „Wir haben den Eindruck, dass eine derartige Konzentration von Wohnraum an diesem Standort zu viel wäre“, begründet der Projektleiter die Entscheidung. Was stattdessen aus dem Gebäude werden soll, das über eine Brücke mit dem danebenliegenden Haupthaus von 1920 verbunden ist, sei noch nicht klar. „Bezüglich einer Folgenutzung sind wir völlig offen“, sagt Nottrodt. Von Künstlerateliers über Büros bis hin zu Praxisräumen sei vieles denkbar. Vorschläge seien willkommen. Parallel wolle man das Gespräch mit der Stadt suchen, „um zu erfahren, wofür es in Rietberg aktuell Bedarf gibt“, erklärt der Vertreter von WH Plan und Projekt. Fest stehe, dass die Nutzung zur angrenzenden Wohnbebauung sowie zum geplanten Pflegeheim passen müsse.

An übrigen Plänen ändert sich nichts

An den übrigen Plänen für das ehemalige Gelände des Instituts Vita ändere sich aber nichts, betont Projektleiter Klaus Peter Nottrodt beim Vor-Ort-Termin mit der „Glocke“. Aktuell sei man dabei, die Bestandsimmobilien mit Blick auf die Statik, den Brandschutz und die seinerzeit verwendeten Baustoffe umfassend analysieren zu lassen. Dabei gehe es auch um die Tragfähigkeit von Decken und Wänden und letztlich um die Frage, „ob die vorhandene Bausubstanz für die vorgesehenen Nutzungen ausgelegt ist“.

Vertreter der Denkmalbehörde statten Besuch ab

Eine neuerliche Begehung der früheren Zentrale des Instituts Vita durch Vertreter der Denkmalbehörde sei ebenfalls vorgesehen. Es gelte, die gesetzlichen Vorgaben hinsichtlich der Unterschutzstellung weitreichender Teile des Gesamtensembles zu berücksichtigen, bekräftigt Nottrodt. Deshalb werde sich beispielsweise an der charakteristischen Eingangsfront des Haupthauses im Zuge der anstehenden Baumaßnahmen nur wenig ändern. Denn die prägende Steinfassade stehe ebenso unter Denkmalschutz wie die offenen Treppenbereiche im Foyer.

Verhandlungen mit Baufirmen laufen

Die Ergebnisse der anstehenden Untersuchungen seien später Grundlage für die Ermittlung des Richtpreises für die Bauausführung, erläutert der Vertreter der WH Plan und Projekt GmbH. Aktuell befinde man sich zu den unterschiedlichen Teilprojekten in konkreten Verhandlungen mit zwei Unternehmen aus Bielefeld. Eines soll – eine entsprechende Einigung vorausgesetzt – die Ausführung der Bauarbeiten in den Bestandsimmobilien federführend begleiten, das andere für die Errichtung der Neubaukörper verantwortlich zeichnen.

Vier Gebäude mit 38 Eigentumswohnungen

Nicht gerüttelt wird laut Nottrodt an dem in der Vergangenheit kommunizierten Vorhaben, auf dem Areal der früheren Minigolfanlage des Instituts Vita im zum Dortenbach gelegenen hinteren Teil des Geländes vier Gebäude mit insgesamt 38 barrierefreien Eigentumswohnungen hochzuziehen. Auf der früheren Pferdekoppel, die sich zwischen dem Haupthaus von 1920 und dem kürzlich bezogenen neuen Domizil der Vita-Schwestern befindet, soll zudem eine Seniorenresidenz mit 80 stationären Pflegeplätzen sowie 22 betreuten Wohnappartements entstehen. Zusätzlich zum Neubau sind Gemeinschaftsräume für die künftigen Bewohner im ehemaligen Hauptgebäude des Instituts Vita ebenso vorgesehen wie eine Wäscherei und weitere für den Betrieb des Seniorenheims notwendige Technik- und Versorgungseinrichtungen. Auch ein hauseigener ambulanter Pflegedienst soll dort untergebracht werden.

Hohe Renditen, sichere Einnahmen

Mit einer 14-monatigen Bauzeit rechnet Projektleiter Klaus Peter Nottrodt für die Eigentumswohnungen auf dem ehemaligen Minigolfplatz und die Pflegeeinrichtung auf der alten Pferdekoppel. Die Arbeiten an den Bestandsimmobilien sollen voraussichtlich zeitlich etwas versetzt beginnen. Fest steht für die Wirtschaftshaus AG aus Garbsen schon jetzt, dass man auf keinen Fall dauerhaft Eigentümer des Gebäudekomplexes an der Stennerlandstraße in Rietberg bleiben will. Das seit 20 Jahren bewährte Geschäftsmodell des deutschlandweit erfolgreich agierenden Unternehmens sehe eine andere Strategie vor, erläutert Nottrodt.

Serviceleistungen individuell zubuchbar

Kernelement sei der Verkauf der Eigentumswohnungen sowie von Besitzanteilen der Pflegeeinrichtung an entsprechend finanzkräftige Privatpersonen oder gewerbliche Investoren, die nach einer sicheren und zugleich überdurchschnittlich renditebringenden Anlageform suchten. Mieteinnahmen würden für die Dauer von mindestens 20 Jahren garantiert. Als Betreiberin der Pflegeresidenz mit 80 Zimmern und weiteren 22 etwas größeren Wohneinheiten, in denen Serviceleistungen individuell zubuchbar sind, werde indes die WH Care Holding GmbH als weiterer Wirtschaftshaus-Ableger fungieren. Auf seiner Internetseite wirbt das niedersächsische Unternehmen mit bislang 8818 insgesamt verkauften Einheiten, 4964 zufriedenen Kunden und einem umgesetzten Volumen von 1,174 Milliarden Euro. Stolz bezeichnet die Wirtschaftshaus AG sich dort als „Marktführer im Bereich der Investitionsmodelle für Pflegeimmobilien“.

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