„Jedes Stück erzählt eine Geschichte“
Bild: Wille
Eine Schießbude aus den 50er-Jahren, in der es Preise aus der DDR zu gewinnen gibt, gehört ebenso zum Nostalgischen Jahrmarkt wie historische Karussells und zahlreiche Leckereien. Schausteller Pascal Raviol ist noch bis zum 2. August im Gartenschaupark zu Gast.
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Am Freitag hat das Team um Pascal Raviol noch letzte Vorbereitungen getroffen, heute kann das bunte Jahrmarkttreiben im Gartenschaupark Nord dann endlich starten. Schausteller Raviol ist bereits zum vierten Mal in Rietberg zu Gast und hat trotzdem immer wieder Überraschungen in petto. Eine davon ist die historische Schießbude, die mit ganz besonderen Preisen bestückt ist. Dort gibt es nämlich DDR-Raritäten zu ergattern. Wer treffsicher ist, kann zum Beispiel Porzellangeschirr, Blecheimerchen oder Cognac-Schwenker aus längst vergangenen Zeiten gewinnen. „Wir wollen den Schützenfesten keine Konkurrenz machen, aber die Schützen können sich hier ja schon mal ausprobieren“, sagt der passionierte Schausteller und lacht.

Herz hängt an alten Schätzchen

Wenn Pascal Raviol von seinem urigen kleinen Jahrmarkt erzählt, merkt man ihm sofort an, dass sein Herz an den historischen Schätzchen hängt. „Jedes Stück das hier steht, hat eine Geschichte“, schwärmt er. Mit seinem kleinen Markt gastiert er nicht auf Großstadt-Festen. Denn er genießt die Gemütlichkeit und die kurzen Wege. Mit den Gästen plaudern, einen Kaffee trinken und die losgelassene Atmosphäre genießen – das ist sein Ding. „Die einzige große Kirmes die wir besuchen ist das Münchener Oktoberfest. Vom kleinsten Jahrmarkt in Rietberg zum größten Volksfest nach München – das ist mal ein Superlativ“, sagt er und lacht.

Erdbeerbowle und Knobi-Brot

Der Pilswagen, aus dem Kaffee, frische Waffeln, Limonaden, Bier und Co. gereicht werden, ist in diesem Jahr auch wieder mit dabei. Das weiß-rote Gefährt ist ein Hingucker und wird von den Gästen gern besucht. Der gelernte Koch Lothar Ketterer bewirtet seine Gäste dort mit seiner selbst gemachten Erdbeerbowle und dem Knobi-Brot. „Die Leute lieben auch das Kölsch, das wir immer mitbringen“, weiß Raviol.

Begeistert von der Giebelstadt

Der Schausteller gerät aber nicht nur ins Schwärmen, wenn er von seinem Jahrmarkt erzählt. Mindestens genauso begeistert ist er von der Stadt der schönen Giebel. „In Rietberg ist es einfach toll. Es ist wie Urlaub hier. Die Stadt ist ein echtes Kleinod und hat Lebensqualität“, sagt er. Die Kulisse des Gartenschauparks findet er perfekt für seinen Jahrmarkt. „Die Zeit hier war für uns immer sehr intensiv“, blickt er zurück.

Wohnen auf dem Jahrmarkt

Noch bis Sonntag, 2. August, gastiert der nostalgische Jahrmarkt im Parkteil Nord. Für die Schausteller bedeutet das, dass der Jahrmarktsplatz für drei Wochen zu ihrem neuen Zuhause wird. Pascal Raviol hat seinen historischen Wohnwagen direkt an dem Kettenkarussell stehen, das am Montag aufgestellt wird. Ein Leben mitten im Kirmestreiben macht ihn glücklich. „Man schläft hier wie im siebten Himmel“, sagt er. Auch der Rest des Teams hat seine Wohnungen auf Zeit im Park untergebracht. „Wir bekommen hier alles mit. Wir hören wenn der Sicherheitsdienst seine Kontrollen macht oder die ersten Jogger hier morgens vorbeilaufen“, sagt Raviol.

Schießbude getestet

Mit zum Team gehört auch Mirco Melcher. Er hat am Freitagmorgen letzte Feinheiten an der Schießbude erledigt. Dort können die jungen Gäste mit Pfeilen auf Luftballons werfen und die Großen dürfen mit dem Gewehr ihre Treffsicherheit unter Beweis stellen. Wer darauf keine Lust hat, dreht eine Runde in einem der Karussells oder genießt Zuckerwatte, gebrannte Mandeln oder Lebkuchenherzen.

Zelt vergrößert

Wenn man den nostalgischen Jahrmarkt betritt, ist eins nicht zu übersehen: das blaue Zirkuszelt der Familie Hecker. Und in diesem Jahr ist es zudem noch deutlich größer. „Wir haben das Zirkuszelt von einem Einmaster auf einen Zweimaster vergrößert. Diese Idee ist im vergangenen Jahr in Rietberg entstanden, weil die Nachfrage sehr groß war“, erinnert sich Pascal Raviol.

Manege frei für junge Zirkusfans

Das Zelt wird ab kommender Woche auch Schauplatz des Mitmach-Zirkus’ sein, der an allen fünf Tagen stattfindet. Von 10 bis 15 Uhr heißt es dann „Manege frei“. Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren, die schon immer einmal in der Manege stehen wollten, haben Glück: Es sind noch Plätze frei. Für die kommende Woche, 13. bis 17. Juli, und für die darauf folgende, 20. bis 24. Juli, werden noch Anmeldungen entgegen genommen. Wer dabei sein will, meldet sich bei Pascal Raviol unter 0171/4140074.

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