Kinder kommen in Containern unter
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Zumindest für Bokel, wo der Mangel an Betreuungsplätzen besonders eklatant ist, zeichnet sich eine kurzfristige Lösung ab.
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Von bis zu 90 unversorgten Mädchen und Jungen ist in dieser Gruppe derzeit die Rede. Noch schwieriger zu beziffern ist die Zahl der Sprösslinge, die jünger sind und für die sich die Eltern eine Unterbringung in einer Kita wünschen. Mehr als 100 Kindergartenplätze seien in den vergangenen Jahren zusätzlich geschaffen worden, hat Bürgermeister Andreas Sunder zusammengerechnet. Woran es liegt, dass es dennoch bei Weitem nicht reicht und es zumindest rechnerisch derzeit eine so krasse Versorgungslücke gibt, ist nicht ganz klar.

In Bokel zeichnet sich kurzfristige Lösung ab

„Verwaltungsseitig haben wir uns umgehend mit der Analyse befasst und Lösungsansätze erarbeitet“, heißt es in der Vorlage zur nächsten Sitzung des Schul- und Sozialausschusses am Dienstag, 26. Februar, ab 18 Uhr im Ratssaal. Schon jetzt müssen sich Eltern bewusst machen, dass so mancher Wunsch kaum erfüllt werden kann.

Zumindest für Bokel, wo der Mangel besonders eklatant ist, zeichnet sich eine kurzfristige Lösung ab. Bereits im vergangenen Jahr ist die Einrichtung nach oben hin gewachsen und hat eine weitere Gruppe aufgenommen. Nun hat der Trägerverein signalisiert, dass man bereit sei, erneut zu erweitern. Dazu sollen derzeit ungenutzte Wohncontainer von der Sandfeldstraße in Neuenkirchen herangekarrt und kindergartengerecht umfunktioniert werden. „Eine sportliche Aufgabe, die wir aber dank guter Zusammenarbeit mit dem Kreisjugendamt und dem Trägerverein stemmen werden“, sagt Sunder.

Städtische Gebäude auf Verfügbarkeit überprüfen

Neue Möglichkeiten zeichnen sich der Verwaltung zufolge auch in Mastholte am DRK-Kindergarten ab. „Als Übergangslösung steht überdies der verbleibende Teil der Containeranlage an der Sandfeldstraße kurzfristig zur Verfügung“, heißt es aus dem Rathaus. Dort seien schon vor dem Neubau des Awo-Kindergartens zwei Gruppen betreut worden. Vertreter der Arbeiterwohlfahrtsorganisation hätten signalisiert, eine ähnliche Lösung erneut mitzutragen. Weitere städtische Gebäude werden Bürgermeister Sunder zufolge derzeit auf Verfügbarkeit und Nutzbarkeit als provisorische Betreuungsstätte untersucht. Sofern sich diese Unterdeckung als konstanter Bedarf erweise, „wird ein Neubau einer Einrichtung erforderlich werden“, weiß auch Sunder. Die Verwaltung sei auf der Suche nach einem geeigneten Grundstück. „Erste Sondierungen haben bereits positive Möglichkeiten ergeben.“

CDU möchte zur Aufklärung beitragen

Nachdem mehrere CDU-Stadtratsmitglieder von Familien darauf angesprochen worden waren, dass sich ein Mangel an Betreuungsplätzen abzeichne, hakten einzelne Christdemokraten in den Einrichtungen nach. Als man dort die Befürchtungen untermauerte, formulierte die Fraktion einen Fragenkatalog zu Händen von Dr. Ute Buchheim, Vorsitzende des Schul- und Sozialausschusses, sowie Bürgermeister Andreas Sunder.

Kreisjugendamts-Vertreter sollen Auskunft geben

Diese sollen nun – soweit das noch nicht geschehen ist – am kommenden Dienstag während der Sitzung des Fachausschusses beantwortet werden. Unter anderem sollen zwei Vertreterinnen des Kreisjugendamts Auskunft geben. Mit dem beantragten Tagesordnungspunkt sowie den damit verbundenen Fragen möchte man zur Aufklärung der Öffentlichkeit über die gegenwärtige Situation in der Rietberger Betreuungslandschaft beitragen, gegebenenfalls kurzfristige Lösungsmöglichkeiten abklären und „langfristige Konsequenzen im politischen Rahmen geprüft wissen“, schreibt Fraktionsvorsitzender Marco Talarico in dem Antrag. Denn: Ein quantitativ zufriedenstellendes Angebot sei ja wohl Konsens.

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