Kindern den Weg zum Lernen ebnen
Bild: Vredenburg
Engagiertes Team: (v. l.) Schulleiterin Bärbel Hilgenkamp, Schulsozialarbeiterin Britta Struck und Mechtild Reker, Caritas-Fachberaterin für Senioren- und Ehrenamtsarbeit werben um ehrenamtliche Lernbegleiter an der Grundschule Mastholte.
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Allein in einer der beiden ersten Klassen werden fünf Jungen und Mädchen ohne Deutschkenntnisse unterrichtet. Schulleiterin Bärbel Hilgenkamp sieht darin nicht nur organisatorische Vorteile: „Wir richten bewusst keine Auffangklassen ein, weil wir meinen, dass die Mädchen und Jungen gemeinsam viel besser lernen.“ In den relativ kleinen Gruppen funktioniere das recht gut. Dass die Flüchtlingskinder keinen gemeinsamen Start haben, sei allerdings ein Problem. „Die Frage ist: Wie gehen wir damit um?“, so Hilgenkamp.

Als Erstes werde den Kindern vermittelt, dass sie willkommen seien. Danach werde ihnen eine Phase der Orientierung gewährt: „Ohne dass wir gleich zu viel von ihnen verlangen.“ Weiterhin habe die Schule acht Lehrerstunden pro Woche freigeschaufelt, um allen 272 Schülern zusätzlichen Deutschunterricht zu erteilen, in dem zunächst die Begriffe der Buchstabentabelle vermittelt würden. Zum Alltag der Schule gehöre ohnehin, dass stärkere Schüler sich in den Klassen um die Schwächeren kümmerten und mit ihnen gelegentlich auch zusätzliche Übungen machten. Hilgenkamp: „Das fördert das Verantwortungsbewusstsein. Auch von den Eltern kommen keine negativen Rückmeldungen.“

Anmeldungen und weitere Informationen sind telefonisch unter 05241/988315 erhältlich.
Die neuen Herausforderungen durch die Flüchtlingskinder würden die heimischen Mädchen und Jungen ebenfalls gern annehmen. Insgesamt seien die Erfahrungen sehr positiv. „Wir fühlen uns auch nicht besonders belastet“, betont die Schulleiterin. Allerdings bräuchten insbesondere sehr zurückhaltende Steppkes, die ihre Bedürfnisse nicht äußern, mehr Zuwendung und Unterstützung.

Individuelle Hilfen durch ehrenamtliche Lernbegleiter könnten eine Lösung sein. Angedacht sei ein Zeitrahmen von ein oder zwei Schulstunden in der Woche, in der Freiwillige jeweils ein Kind betreuen. „Von unserer Seite wären wir da sehr flexibel“, sagt Hilgenkamp. Alle Ehrenamtlichen würden in enger Abstimmung mit den Lehrerinnen arbeiten. „Auf Dauer bleibt es jedem Paten freigestellt, sich soweit einzubringen, wie er es vermag“, unterstreicht Mechtild Reker, Caritas-Fachberaterin für Senioren- und Ehrenamtsarbeit.

Die Caritas begleitet die ehrenamtlichen Helfer und bietet Treffen zum Austausch und zur Beratung an. Caritas-Schulsozialarbeiterin Britta Struck, die alle Grundschulen Rietbergs betreut, ist zudem zweimal wöchentlich in Mastholte anzutreffen.

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