Kissen und Lehnen statt Kinosessel
Die Holzbänke im Cultura-Rundtheater werden möglicherweise doch nicht durch Kinosessel ersetzt. Zurzeit wird überprüft, ob die Bänke durch Kissen und komfortablere Lehnen aufgewertet werden können.

Als Anfang April bekannt wurde, dass die Verwaltung vom Kulturveranstalter hierfür plötzlich eine Statik und einen förmlichen Bauantrag verlangte und dem Vorsitzenden des Vereins „Kulturig“, Volker Pappert, sogar ein Zwangsgeld von 1000 Euro oder Ersatzzwangshaft androhte, dachten viele an einen Aprilscherz. Gegen Pappert, selbst städtischer Mitarbeiter, wurde ein offizielles, ordnungsbehördliches Verfahren eingeleitet.

„Kulturig“-Vereinsmitglieder entnervt

Drei Jahre nach dem Bau der Cultura verlangte die Stadt plötzlicht, die Behindertenplätze an eine andere Stelle zu verlegen. „Kulturig“ habe für die Einhaltung entsprechender Auflagen zur sorgen, hieß es in dem Schreiben. Kurios: Nicht der Verein „Kulturig“, in dem sich zahlreiche Aktive ehrenamtlich für das vielfältige Kulturprogramm in der Emsstadt engagieren, ist Eigentümerin des Rundtheaters, sondern die Stadt selbst.

Vor dem Hintergrund, dass einige Vereinsmitglieder kurz davor sind, entnervt das Handtuch zu werfen, sagte Bürgermeister André Kuper: „,Kulturig‘ leistet eine hervorragende Arbeit. Diese wird von uns voll und ganz unterstützt. Wir als Stadtgemeinschaft wollen darauf nicht verzichten.“ Den Sachverhalt selber bezeichnete Kuper als „Differenzen zwischen dem ,Kulturig‘-Vorstand Volker Pappert und dem Leiter der Bauaufsicht“. Diese seien zwischenzeitlich durch konstruktive Gespräche „geklärt und beseitigt“ worden.

Kuper sieht Änderungsbedarf

Änderungsbedarf sieht Kuper in der bereits beschlossenen Kino-Bestuhlung für die Cultura. Durch die geplanten neuen Sessel (400 Stühle im ersten und zweiten Rang à 380 Euro) reduziere sich die Kapazität von 950 baurechtlich genehmigten Plätzen auf nur noch 630 Sitzplätze. Wegen der eingeschränkten Sichtverhältnisse auf einigen Plätzen wurden bislang je nach Veranstaltung höchstens 750 Plätze angeboten.

Die Sitzplatzreduzierung durch die neue Bestuhlung sei zunächst unkritisch gesehen worden, sagte Bürgermeister André Kuper. Nun solle durch eine andere Lösung mehr Komfort bei einer höheren Sitzplatzanzahl geschaffen werden. Laut Eugen Fincke vom „Kulturig“-Vorstand erarbeitet ein Fachmann derzeit ein Konzept, um die bestehenden Bänke mit anderen Sitzkissen und komfortableren Lehnen zu verbessern. „Wenn sich der Vorschlag als sinnvoll erweist, bleiben die bisherigen Bänke des Rundtheaters erhalten“, erklärte Fincke.

Kinosessel eher ungeeignet

Gegen die ausgewählten Kinosessel spricht laut Kuper, dass die Sitzneigung auf den Blick nach oben ausgerichtet sei. Dies sei in der Cultura nicht optimal. Außerdem seien die Sessel etwa sieben Zentimeter niedriger als die Sitzbänke – ebenfalls im Hinblick auf das vorhandene Geländer nicht ideal.

Einbau war für Juni geplant

Laut Ratsbeschluss sollten die Kinosessel eigentlich im Juni eingebaut werden. Der Spielplan wurde eigens freigehalten. Kuper sieht jedoch keinen Grund zur Eile. Ziel sei die Verbesserung des Sitzkomforts in der Cultura nach Überprüfung alternativer Sitzmöglichkeiten zu einem späteren Zeitpunkt. Der Charme des Theaters solle unbedingt erhalten bleiben.

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