Kolpinghaus: Grundstein offiziell gelegt
Bild: Vredenburg
Besonderer Moment: Ein letztes Mal halten Andreas Venker (l.) und Manfred Rehkemper die 50 Zentimeter lange Zeitkapsel in den Händen, die kurz darauf im Mauerwerk des künftigen Neuenkirchener Kolpinghauses verschwindet.
Bild: Vredenburg

Die Zeitkapsel, die in die Innenwand des Gebäudes eingemauert wurde, enthält eine aktuelle Ausgabe der „Glocke“, ein Baustellen-Handy, Euro-Münzen, einen USB-Stick mit allen Baudaten sowie die neue und die alte Grundsteinlegungsurkunde, Letztere aus dem Jahr 1927. Zusätzlich gaben die Kolpinger eine Flasche Hochprozentigen in Form ihres Hausgetränks „Kleiner Geselle“ dazu. „Der ist unvergänglich und wird auch in 100 Jahren noch wunderbar schmecken“, meinte Andreas Venker, Geschäftsführer des Kolpinghaus-Vereins, der als Bauherr auftritt.

Altes Gesellenhaus hat bewegte Geschichte

Der treuhänderisch handelnde Zusammenschluss wurde 1925 zur Errichtung und Erhaltung des Vereinsgebäudes gegründet. Die neue, von den aktuell 20 Mitgliedern unterzeichnete Urkunde erinnert daran, dass das gut 90 Jahre alte Gesellenhaus, das einem Neubau der Volksbank weichen soll, zeitweise als Unterkunft der Spar- und Darlehnskasse und während der großen Kirchenrenovierung als Ersatzgotteshaus diente, in erster Linie aber als Ort des Feierns, der Trauer, des Spielens und der Weiterbildung genutzt wurde.

„All das hat Spuren hinterlassen, die wir in unseren Gedanken und Erinnerungen mitnehmen, denn nach vielen Umbauten, Erweiterungen sowie geänderten gesetzlichen Voraussetzungen wollen wir dem altehrwürdigen Haus keine weiteren Umbauten mehr zuzumuten“, sagte Venker. Mit der nun entstehenden Immobilie im Schatten der Kirche St. Margareta wachse ein in die Zukunft gerichteter Treffpunkt für Jung und Alt im Sinne Adolf Kolpings. 

Vereinschef Manfred Rehkemper dankte all jenen, die mit Herzblut das Kolpinghaus in Schuss gehalten haben, der Volksbank, die den Neu- durch den Kauf des Altbaus erst möglich gemacht habe, der Kirchengemeinde, die das Grundstück zur Verfügung stellt, und dem Architekten Leon Meyer, „der uns mit einer modernen, lichtdurchfluteten und zeitgemäßen Architektur einfach begeistert hat“. Einen ganz besonderen Dank sprach er Andreas Venker aus, der das Projekt mit viel Energie vorangetrieben habe, sowie nicht zuletzt den Vereinsmitgliedern, die sich allesamt ehrenamtlich für das Vorhaben engagieren.

Bau soll binnen eines Jahres abgeschlossen sein

Manfred Rehkemper hofft, dass die Mitgliederzahl bis zur Eröffnungsfeier weiter wachsen wird. „Es wartet noch viel Arbeit auf uns, und ich möchte dazu motivieren, durch aktive Mithilfe oder eine unterstützende Spende ein Teil dieses Hauses zu werden“, sagte er. Das Engagement werde mit dem guten Gefühl belohnt, Gemeinschaft zu erleben und Geselligkeit zu gestalten. Rehkemper machte deutlich, dass das jetzige Kolpinghaus vor mehr als 90 Jahren in kompletter Eigenleistung errichtet worden sei. Die Baukosten für das damals 25 Meter lange und 13 Meter breite Gebäude betrugen 30 000 Mark. Für das Vorhaben sicherte sich der seinerzeit 100 aktive, 120 passive und 25 Ehrenmitglieder zählende Gesellenverein ein 1400 Quadratmeter großes Kirchengrundstück.

Das neue, mit Saal, Gaststättenbetrieb und einer Bühne ausgestattete Domizil misst 33 mal 17 Meter bei einer Höhe von sieben Metern. Das Ziel sei es, den Bau bis zum Winter wetterfest zu bekommen und in einem Jahr fertigzustellen, informierte Andreas Venker. Bürgermeister Andreas Sunder wies darauf hin, dass der Startschuss ganz bewusst so gelegt worden sei, dass er mit der Umgestaltung des Kirchplatzes und Pastors Garten lückenlos verzahnt werden könne.

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