Kolpinghaus soll Dezember öffnen
Foto: Vredenburg
Alles im Griff: Die Fäden für den Neubau des Neuenkirchener Kolpinghauses und die Gestaltung des Außengeländes laufen bei (v. l.) Andreas Venker, Roland Wördekemper, Michael Dreisewerd und Dieter van Pels zusammen.
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Das sagt Andreas Venker, Geschäftsführer des Kolpinghausvereins, im Gespräch mit dieser Zeitung. Vorher werden am Uferrand noch so einige Steinquader verbaut, etliche Pflanzen gesetzt und rund um den Kolpinghaus-Neubau neue große Bäume aufgestellt. Wenn alles fertig ist, mündet die Kolpinghaus-Terrasse in eine Stufenanlage am Uferrand – ähnlich wie am Lind-Hotel. „Durch das Verfüllen des alten Betonbetts Richtung Ringstraße entsteht eine große Fläche, die sich für Veranstaltungen anbietet“, wirft Venker einen Blick in die Zukunft. Die alte Mauer zwischen Küster- und Brenken-Haus sowie das Buschwerk drum herum werden verschwinden, sodass der Dorfgraben bis zur Ringstraße verlaufen kann und erst dort wieder verrohrt wird.

Sechs stark verwitterte Holzsärge entdeckt

Beim Ausbaggern auf 2,50 Meter Tiefe wurden sechs stark verwitterte Holzsärge und Reste des alten Grabenverlaufs aus dem 19. Jahrhundert entdeckt. Keine neue Erfahrung auf diesem Areal: Bereits bei früheren Arbeiten auf der Kirchenseite wurden alte Gräber des einstigen Friedhofs gefunden. „Vorige Woche waren die Archäologen da und haben alles dokumentiert. Und sie werden wiederkommen, wenn der Dorfgraben komplett offen liegt“, teilt Venker mit und erklärt, dass die Stelle in Höhe der Kolpinghaus-Terrasse so lange dicht bleiben muss, bis die Bagger dort nicht mehr hinüber müssen.

Damit auch tatsächlich irgendwann Wasser durch den Dorfgraben fließt, könnte es nötig werden, die Wapel, aus der der Wasserlauf gespeist werden soll, nach dem Abriss von „Hessen Stau“ vor einigen Jahren neu aufzustauen. „Das würde die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass hier überhaupt etwas ankommt“, vermutet Venker mit Blick auf den ständig sinkenden Grundwasserspiegel. Denn eigentlich solle die untere Reihe der Anröchter Naturstein-Quader ständig mit Wasser bedeckt sein.

Für den Zugang in Pastors Garten von der Gütersloher Straße und Staders Garten aus wurde bereits ein Teil der Mauer im Kirchenpättken abgetragen. Der alte Torpfosten aus dem Jahr 1881 soll ein Stück versetzt werden und die verkürzte Mauer künftig abschließen. „Die Pläne der Stadt, das Pättken dem Kindergarten zuzuschlagen, werden jetzt doch nicht umgesetzt“, teilt Venker auf Nachfrage mit.

„Unser Gastwirt würde das Weihnachtsgeschäft gerne mitnehmen“

Mitte nächster Woche soll damit begonnen werden, den Durchgang über die Volksbank-Passage zu pflastern. Auch künftig darf auf dem Dorfplatz am Bürgerhaus geparkt werden. Zwischen Kolping- und Pfarrhaus, das ebenfalls umgestaltet wird, sind ebenfalls Parkplätze geplant. Das neue Kolpinghaus – der zugehörige Verein tritt hier als Bauherr auf – soll Anfang Dezember in Betrieb gehen. „Unser Gastwirt würde das Weihnachtsgeschäft gerne mitnehmen“, hofft Andreas Venker auf einen milden Verlauf der Pandemie. Und: „Wir liegen gut im Finanzplan, müssen aber aufpassen, dass uns die Kosten nicht weglaufen. Der Preis für die Lüftungsanlage ist aufgrund der Anforderungen im Zuge von Corona geradezu explodiert.“

Die Anlage sei so konzipiert, dass sie die sogenannten Aerosole absauge. Der Luftwechsel sei auf den Kubikmeter genau vorgeschrieben und werde entsprechend kontrolliert. „Sonst bekommen wir keine Genehmigung“, so Venker. Ab der dritten Septemberwoche sollen im Kolpinghaus die Fliesen und ganz zum Schluss das Parkett im Saal verlegt werden. Danach kann die neue mobile und wetterfeste Bühne aufgebaut werden, die in drei Stufen einstellbar ist und auch draußen genutzt werden kann.

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