Kolpingsfamilie hat Existenzängste
Bild: Vredenburg
Ernste Gesichter: Christian Schlingschröder, Dietmar Esken, Pfarrer Andreas Zander und Hubert Dreisewerd von der Kolpingsfamilie Neuenkirchen (v.l.) wollen für den Fortbestand der von Existenzängsten geplagten Kolpingsfamilie Rietberg kämpfen.
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Diözesanbeauftragter Dietmar Esken aus Kaunitz und Christian Schlingschröder, stellvertretender Bezirksvorsitzender aus Westerwiehe, hatten zur Mitgliederversammlung eingeladen. Da sich auch diesmal keine Kandidaten fanden, die bereit wären, den geschäftsführenden Vorstand zu bilden, beschlossen die knapp 30 anwesenden Mitglieder, den Tagesordnungspunkt Wahlen zunächst zu vertagen. Esken will „jene, die sich engagieren wollen“, im Mai oder Juni unter dem Stichwort „Neuaufbruch der Kolpingsfamilie Rietberg“ zu einer weiteren Versammlung einladen. Der Kaunitzer glaubt an die Zukunft der Kolpingsfamilie und hofft, „dass ihr spürt, dass Kolpinggeist auch in Rietberg weiterhin eine Chance hat“.

Im Jahresprogramm des Bezirksverbands Wiedenbrück, das alle Kolping-Veranstaltungen im Stadtgebiet in einer Broschüre auflistet, wird die Kolpingsfamilie Rietberg indes schon jetzt nicht mehr genannt – in Ermangelung eigener Angebote. Lediglich im Seniorenbereich sind Veranstaltungen geplant. Esken wies die Emsstädter auf die Möglichkeit hin, die Angebote der Kolpingsfamilien in Westerwiehe, Neuenkirchen und Mastholte zu nutzen. Bürgermeisterstellvertreter und Kolpinger Werner Bohnenkamp sprach sich für die „vernünftige und zukunftsentwickelnde Verbundlösung“ aus und meinte mit Blick auf den neu geplanten Pastoralen Raum: „Da ergeben sich für uns Kolpinger ganz neue Konstellationen.“

Die Zahl der Mitglieder ist seit 2010 von 263 auf jetzt nur noch etwa 150 gesunken. Davon sind 30 unter 18 und 60 unter 30 Jahre alt. Im Vorstand verblieben sind Stefanie Handing (zweite Kassiererin) und die Beisitzer Ralf Rockel, Johannes Böhnhoff, Klemens Ellebracht sowie Walter und Bernhard Kubasik.

In den vergangenen zwei Jahren hat sich das Bankguthaben von 13 843 Euro auf 11 605 Euro reduziert. Laut Kassenbericht konnten die Ausgaben im vergangenen Jahr (7535 Euro) durch die Einnahmen (6508 Euro) nicht gedeckt werden. Den größten Brocken auf der Ausgaben-Seite bilden stets die Beiträge, die an das Kolpingwerk abgeführt werden müssen (5370 Euro in 2014).

Kapital der Stiftung wächst

Heinz Fischer präsentierte den Jahresbericht der Adolph-Kolping-Stiftung und informierte die Versammlung, dass Kuratoriumsvorsitzender Johannes Kubasik sein Amt ebenfalls zur Verfügung gestellt hat. Weiterhin teilte er mit, dass das Kapital der Ende 2011 aus dem Erlös des Kolpinghaus-Verkaufs (250 000 Euro) gegründeten Stiftung per 31. Dezember 2013 auf 260 039 Euro angewachsen sei. Der Jahresüberschuss betrug 3543 Euro.

Insgesamt drei Förderanträge hat das Kuratorium bewilligt. Jeweils 1150 Euro gingen an den Förderverein der katholischen Kindergärten Mastholte, die Messdienergemeinschaft im Pastoralverbund Rietberg-Süd (Miniburg Mastholter See) und die Messdienergemeinschaft St. Johannes Baptist in Rietberg. Die verbliebenen 94 Euro bekam die Kolpingsfamilie Rietberg.

Das Kuratorium bilden Melanie Prinz, Jochen Ewers, Vera Doppmeier, Günter Handing, Norbert Hüging, Johanna Kriener, Andreas Reckgert und Heinz Fischer.

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