Lebensmittelmarkt unverzichtbar
Bild: Vredenburg
Die Teilnehmer der Bürgerversammlung bestehen auf eine Lebensmittel-Nahversorgung im eigenen Dorf.
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Anneliese Schulte-Döinghaus, die zur Versammlung eingeladen hatte, fehlten angesichts des überwältigenden Echos beinahe die Worte: „Mit allem habe ich gerechnet, aber nicht mit einer derart großen Resonanz.“

Die Mitteilung, dass der Frischmarkt Ende des Monats schließen werde, sei für die meisten Varenseller „ein Schock“ gewesen sei, sagte die Ortsvorsteherin. Die Antwort auf die Frage, ob im Klosterdorf überhaupt ein Lebensmittelmarkt benötigt werde, fiel unter den Anwesenden, darunter auch die beiden Bürgermeisterkandidaten Bärbel Diekhans und Andreas Sunder, eindeutig positiv aus. Schulte-Döinghaus wies aber darauf hin, dass ein neuer Markt nur durch ein verändertes Einkaufsverhaltens Überlebenschancen hätte.

Wilhelm Kauling leitete die damit eröffnete Diskussion. Eine ehemalige treue Kundin bemängelte das kontinuierlich verkleinerte Sortiment: „Es war zum Schluss einfach nicht mehr das, was man von einem Frischmarkt erwarten durfte“. Kritik wurde auch an der Freundlichkeit und Flexibilität des Personals geübt. Wenzel Schwienheer warf dem Betreiber, der Lüning-Gruppe vor, mit der Schließung des Markts gedroht zu haben, für den Fall, dass der neue Rewe in Neuenkirchen genehmigt werde: „Es kann nicht sein, dass Unternehmen versuchen, Einfluss auf die Politik zu nehmen, um Konkurrenz zu verhindern“. Silke Hellweg sprach sich dennoch klar gegen den Rewe-Neubau aus und konnte nicht nachvollziehen, dass Varensells Ortsvorsteherin dies befürwortet hatte.

Annette Schulte-Döinghaus stand jedoch zu ihrer Entscheidung und gab sich überzeugt, „dass die Kunden, die bisher in Varensell eingekauft haben, sich von einem neuen Rewe nicht angelockt fühlen“.

Geänderte Öffnungszeiten oder der Vorschlag, in Varensell alternativ einen Bringdienst anzubieten, stieß im Saal auf Ablehnung. Auf die Frage, warum der Frischmarkt so kurzfristig – „ohne Vorwarnung“ – geschlossen werde, erklärte der Besitzer der Immobilie Wilhelm Gödde, die Kündigung habe ihm erst am 26. Juni vorgelegen. Obwohl der Mietvertrag noch bis Ende 2012 laufe, werde der Laden bereits am 28. Juli geräumt. Auch Schulte-Döinghaus will von der Schließung erst erfahren haben, „als den Mitarbeitern gekündigt und bereits alles entschieden war“.

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