Lernen 2.0: Unterricht wird digital
Bild: Wille
Mit einem Klick kann Ricardo die Dateien auswählen, die auf seinem Tablet-PC gespeichert sind. Das Nepomucenum in Rietberg hat ein Projekt gestartet, bei dem zunächst zwei siebte Klassen den mobilen Computer im Unterricht testen.
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 Das kleine Tablet, das über eine „Touch“-Funktion verfügt, hat es den Siebtklässlern angetan. Sie können ihren Lernort frei wählen, müssen keine dicken Bücher mehr schleppen und haben viel mehr Möglichkeiten, Lerninhalte aufzuarbeiten. Nur ein Klick, dann ist das Gerät startklar. Mit dem Finger auf ein Programm getippt, und schon kann es losgehen: Unterricht 2.0, Langweile war gestern.

Im Deutschunterricht steht die Ballade des Erlkönigs auf dem Lehrplan. „Öde“, mag der eine denken. Aber weit gefehlt: Mit Technik finden die Schüler Gefallen an dem Gedicht. Sie können die Verse vorlesen und eine Audiodatei erstellen. Auch Präsentationen und Texterfassung sind mit dem Gerät kein Problem.

Alle Schüler sind in einer gemeinsamen digitalen Gruppe, dem Klassenraum, angemeldet. Der Lehrer hat als Administrator den Blick auf alle Bildschirme der Jungen und Mädchen und kann kontrollieren, ob sie Blödsinn machen oder konzentriert arbeiten. Im Handumdrehen lassen sich durch die Funktechnologie Präsentationen und Co. anklicken und über den Beamer vor der Klasse präsentieren.

Das Projekt wurde in einer Arbeitsgruppe von 14 Lehrkräften entwickelt. Vorgesehen ist eine zweijährige Probephase in der Jahrgangsstufe sieben mit maximal zwei Klassen. Da so ein vielfältiger Taschen-Computer nicht günstig ist, musste eine Finanzierung für das Projekt her. Gemeinsam mit der Sparkasse Rietberg und dem Förderverein hat das Nepomucenum einen Weg gefunden, die Tablets günstig anbieten zu können. Sie werden von den Eltern finanziert. Diese zahlen über zwei Jahre monatlich 20 Euro. Am Ende ist das Tablet Eigentum der Schüler.

Die Computer sollen das individuelle, produktive und selbst gesteuerte Lernen unterstützen. Das klassische Lehrbuch darf der PC aber nicht ersetzen. Er soll vielmehr ein Werkzeug sein, bestimmte Inhalte anders aufgreifen und verarbeiten zu können. Nebenbei wird die Medienkompetenz der Schüler gefördert. Denn im digitalen Zeitalter werden diese Fähigkeiten immer wichtiger. Bald sollen weitere Klassen an dem Projekt teilnehmen können.

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