„Mahnwache gegen die Mahnwache“
Foto: Sudbrock
Gegenbewegung: Den geplanten Protestmarsch für das Café Päusken bezeichnet Monika Vorberg (Die Partei) als „Irrlichterspaziergang“. Sie hat ihrerseits eine Mahnwache angekündigt.
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„Wir stehen dort und halten unsere Plakate in die Höhe“, erklärt Monika Vorberg. Das Mitglied der Satirepartei „Die Partei“ möchte mit vier weiteren Personen mit ihrer „Mahnwache gegen die Wahnmache“ ein Gegengewicht zu dem „Irrlichterspaziergang“, wie die 53-Jährige die geplante Kundgebung in der Rietberger Innenstadt nennt, bilden. Eine direkte Konfrontation möchte Monika Vorberg allerdings tunlichst vermeiden: „Das Letzte, was wir wollen, ist eine Eskalation. Ich möchte nicht, dass mir irgendjemand die Maske herunterzieht oder mir ins Gesicht spukt. Ich werde in meinem Job noch gebraucht.“

„Ein Großteil findet nicht gut, was die da machen“

Die kleine Gruppe falle zwar zahlenmäßig kaum ins Gewicht, allerdings sei sie sich der Unterstützung der breiten Bevölkerung sicher: „Ein Großteil findet nicht gut, was die da machen.“

Vielen Menschen gehe es in der jetzigen Coronakrise nicht gut. „Die meisten haben sich aber soweit im Griff, dass sie bestehende Regeln beachten“, so die Rheda-Wiedenbrückerin, die bei der jüngsten Landratswahl überraschend 9,52 Prozent der Stimmen holte.

„Querdenker latschen durch die Straßen“

Der Gedanke macht sie fuchsig: „Wir sind bei einer Inzidenz von 200, am Montag wahrscheinlich von 250, und die Querdenker latschen durch die Straßen.“ Für sie ist klar: „Wer da mitläuft, sympathisiert mit der AfD.“ Es brauche jetzt jemanden, der den Finger hebe und diese Leute ins Gewissen rede. Wie ein Brandbeschleuniger wirke aber die Aussage von Alice Weidel am Freitag im Deutschen Bundestag im Zuge der Debatte über die geplante Bundesnotbremse, befürchtet Monika Vorberg. Die Fraktionsvorsitzende der AfD hatte in ihrer Rede das Café Päusken zwar nicht namentlich erwähnt, als sie „den Staat“ anprangerte, der „einem westfälischen Gastronomenehepaar, das aus Verzweiflung sein Café wieder öffnet, das Ordnungsamt und hohe Bußgelder auf den Hals schickt“. Es gab aber kaum Zweifel, wen sie damit meinte.

Krankenbetten füllen sich

In ihrem Beruf als Krankenschwester sehe sie, wie sich die Krankenbetten mehr und mehr füllen, ergänzt Monika Vorberg. „Es gibt tausend andere Möglichkeiten, seinen Unmut kundzutun. Aber was erreichen die Protestierenden mit einer solchen Aktion? Nichts, außer dass sich noch mehr Menschen anstecken.“ Daher laute ihre Bitte an alle Gegendemonstranten, zu Hause zu bleiben. Man könne stattdessen virtuell aktiv werden: Wer eine E-Mail an diepartei-steinhagen@web.de sendet, dessen Name werde am Montag auf dem Platz als Unterstützer der Gegenproteste ausgerufen.

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