Maschinenbauer Kraft auf Wachstumskurs
Bilder: Sudbrock
In der neuen Fertigungshalle geben (v. l.) die Inhaber Birgit und Markus Hüllmann, Heinrich Baumhus, Geschäftsführer Ferdinand Kraft sowie Max Holtkamp, Thomas Keßler und Hannah Baumhus (alle Firma Bernhard Baumhus) die Marschrichtung für die kommenden Jahre vor. „Volle Kraft voraus“ soll es bei dem Mastholter Maschinenbauer auch in Zukunft heißen. Die Produktionskapazitäten wurden deutlich ausgeweitet.
Bilder: Sudbrock

Die dreischiffige Kranhalle mit integriertem Büro- und Sozialtrakt ist innerhalb einer rekordverdächtigen Bauzeit von drei Monaten entstanden. Inzwischen sind die Arbeiten abgeschlossen. 98 Meter in der Länge, 76 Meter in der Breite und zehn Meter in der Höhe misst der Neubau, der unmittelbar an die bestehenden Produktionshallen angrenzt.

Baumhus errichtet Halle in Rekordzeit

Die Spezialisten vom Langenberger Stahl- und Hallenbauunternehmen Bernhard Baumhus haben die 325 Tonnen schwere Stahlkonstruktion binnen vier Wochen hochgezogen. Parallel starteten die Sockelarbeiten und die Dacheindeckung. Letzter Schritt war unlängst der Einbau des Industriebodens. „Allein für die Bodenplatte haben wir mehr als 170 Betonmischerladungen benötigt“, verdeutlicht Thomas Keßler von der Firma Baumhus die Dimensionen des Neubaus.

325 Tonnen wiegt die Stahlkonstruktion, aus der die neue Fertigungshalle der Firma Kraft-Maschinenbau besteht. Errichtet wurde das Gebäude von der Langenberger Firma Bernhard Baumhus.
Mit der kürzlich in Betrieb genommenen Halle hat der Mastholter Maschinenbauer Kraft seine Produktionsstätten am Stammsitz mit einem Schlag um ein Viertel aufgestockt. „Das war auch dringend notwendig“, sagt Inhaber und Geschäftsführer Markus Hüllmann. „Die Auslastungsgrenze der bestehenden Hallen war bereits seit längerer Zeit komplett ausgereizt.“

Vor 200 Jahren gegründet

Die vor mehr als 200 Jahren gegründete Firma wächst rasant. Insbesondere im Segment der Spezialmaschinen für die Baustoffzuliefererindustrie ist das Unternehmen mit seinen aktuell 350 Beschäftigten (darunter 50 Auszubildende) zu einer festen Größe geworden. Auch mit Holzbearbeitungsmaschinen und Verpackungsanlagen hat sich Kraft auf dem europäischen sowie dem nordamerikanischen Markt einen exzellenten Ruf erworben.

Anlagen werden immer komplexer

Aber egal, wo genau die Maschinen aus dem Hause Kraft zum Einsatz kommen: Die Anlagen werden immer größer und komplexer (Stichwort Automatisierung). „Das führt dazu, dass wir für die Montage und die zeitintensiven Programmier- und Testphasen mehr Platz als früher benötigen“, erläutert Hüllmann. Auch deshalb habe an dem Neubau kein Weg vorbeigeführt. Froh ist man bei Kraft, dass Fahrtwege zu angemieteten Hallen im Stadtteil künftig größtenteils entfallen können – ein weiterer positiver Nebeneffekt der Investition in die Stammsitzvergrößerung.

Sich mit Respekt begegnen

Der Maschinenbauer steht nicht nur bei seinen Kunden, sondern auch bei seinen Mitarbeitern hoch im Kurs. Erheblichen Anteil an der Zufriedenheit der Beschäftigten hat die Unternehmensphilosophie, die von gegenseitigem Respekt geprägt ist. „Sich mit Respekt begegnen und füreinander einstehen“ – das ist nach Worten des bisherigen Eigentümers Ferdinand Kraft das Patentrezept in Sachen Personalpolitik, das in dem 1816 gegründeten Familienunternehmen seit langer Zeit angewendet wird.

„Der eine geht vor, der andere langsam zurück“

Daran anknüpfen will der neue Eigentümer und Geschäftsführer Markus Hüllmann. Der 51-jährige Rheda-Wiedenbrücker hat 2016 gemeinsam mit seiner Ehefrau Birgit den Mastholter Maschinenbauer übernommen. Hüllmann tritt damit in die Fußstapfen von Ferdinand Kraft, der sich aus Altersgründen nach und nach aus dem Tagesgeschäft zurückziehen will. „Wir haben uns gemeinsam auf den Weg gemacht. Der eine von uns geht vor, der andere langsam zurück“, beschreibt Kraft die Phase des Übergangs.

Nachfolgersuche von Erfolg gekrönt

Kraft hatte die Geschäftsleitung des Traditionsunternehmens 1976 in sechster Generation übernommen. Auf der Suche nach einem Nachfolger, der die Firma mit Weitblick in die Zukunft führt, sei er vor vier Jahren mit Markus Hüllmann fündig geworden, betont er. Über die gemeinsame Mitgliedschaft im Rotary-Club Rheda-Wiedenbrück sei der Kontakt entstanden. Hüllmann war zuletzt Vorstandsmitglied des international tätigen Technologieunternehmens GEA.

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