14-Jährige im Reitsport erfolgreich
Bild: Bartels
Seit einem Jahr besucht Charlotte Reinke die Prinz-von-Homburg-Schule in Neustadt (Dosse) und lebt auf dem Reitinternat Mühle Spiegelberg. Das Training mit dem Pferd gehört dort für die Mastholterin zum Alltag. Auf dem 16-jährigen Bubi, der einer Freundin ihrer Mutter Brigitta Reinke gehört, hat der Nachwuchsprofi früher oft Übungseinheiten absolviert.
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Vorausgegangen war den Platzierungen in Silber und Bronze ein zwölfmonatiges intensives Training. Seit September 2017 besucht die 14-Jährige die Prinz-von-Homburg-Schule in Neustadt (Dosse). Ein paar Gehminuten entfernt befindet sich das Reitinternat Mühle Spiegelberg, in dem sie lebt und das über eigene Pferde sowie eine Koppel verfügt. Pro Jahrgang bietet die Schule eine Reiterklasse an. Die tägliche Übungseinheit wird als normale Unterrichtsstunde behandelt und steht neben Fächern wie Mathematik und Englisch im Stundenplan.

Umfangreiches Training

„45 Minuten lang bereiten wir die Pferde vor“, erklärt Charlotte. Anschließend werde noch einmal genauso lange trainiert. Zum Einsatz kämen dabei ältere Tiere. Die seien zum einen noch sportlich genug, um an Turnieren teilzunehmen, zum anderen aber auch so erfahren, dass sie die Schülerinnen nicht überfordern. Charlottes Favorit ist der neunjährige Kineso. Auf dem Schimmel bestritt sie auch die Landesmeisterschaft. „Am wichtigsten ist die Beziehung zwischen Reitern und ihren Pferden“, weiß die Mastholterin und ergänzt: „Beide können noch so gut sein – wenn sie sich nicht verstehen, sind sie nicht in der Lage, ihr Bestes zu geben.“

Zusätzlich zum regulären Training bereitete sich die 14-Jährige in den zurückliegenden zwölf Monaten gemeinsam mit 19 weiteren Schülerinnen an vier Abenden pro Woche je eine Stunde lang auf die Landesmeisterschaften vor. Die Pflege der Tiere übernahmen die Mädchen freiwillig. „Wir verbringen schließlich alle gern Zeit mit ihnen“, meint Charlotte lächelnd. Die Leidenschaft für den Sport kann indessen nicht darüber hinwegtäuschen, dass Schule, Hausaufgaben und professionelles Training ein straffes Programm ergeben. Bereut hat Charlotte ihre Entscheidung für das Reitinternat dennoch nie. „Der Zusammenhalt ist super“, betont sie.

14-Jährige träumt vom Olympiaauftritt

Sie erhält, so wie ihre Mitstreiterinnen, Übungseinheiten in vier Disziplinen: Schwimmen (50 Meter Freistil-Reiten), Crosslauf, Dressur- und Springreiten. Darüber hinaus stehen Ausritte im Gelände auf dem Plan. Drei Trainer, allesamt ehemalige Profireiter, betreuen die Schülerinnen dabei. Ein eigenes Pferd zu haben, ist ab der neunten Klasse Pflicht. Vorher kann auf elf verschiedenen Leihtieren geübt werden. „Fünf davon sind noch recht jung“, berichtet Charlotte: „Die müssen sich erst noch an uns gewöhnen.“

Im Reitinternat Mühle Spiegelberg und der Prinz-von-Homburg-Schule ist alles auf den sportlichen Erfolg ausgerichtet. Zweimal im Jahr, bei den Halb- und Endjahrestests, werden die Mädchen auf Herz und Nieren geprüft. Wird bei einem von ihnen festgestellt, dass es das Niveau nicht halten kann, muss es beide Einrichtungen verlassen. „Wir werden aber nicht gedrillt“, stellt Charlotte klar. In ihrem ersten Jahr an der Kaderschmiede hat die 14-Jährige lediglich zweimal erlebt, dass jemand gehen musste. Es herrsche kein forderndes Regime, die Trainer weckten eher ihren Ehrgeiz. Natürlich gebe es zwischendurch auch klare Ansagen, ergänzt Charlottes Mutter Brigitta Reinke: „Aber in welcher Schule oder in welchem Sportverein gibt es das nicht?“

Lehrer drücken auch einmal Auge zu

Hin und wieder drückten die Lehrer auch einmal ein Auge bei Hausaufgaben oder Klausuren zu. „Steht ein wichtiges Turnier an oder musste man sich etwas länger um das Pferd kümmern, ist es in Ordnung, wenn wir einen Aufsatz etwas später abgeben“, berichtet die Nachwuchssportlerin. Ihr größter Traum ist es, einmal bei Olympia mitzureiten. „Aber das ist noch ein weiter Weg. Bis dahin werde ich noch einige Stunden trainieren müssen“, weiß sie. Ein anderer Traum ging bereits in Erfüllung: Dressurreiterin Isabell Werth besuchte vor kurzem das Internat. Die sechsfache Olympiasiegerin schaute sich die Fähigkeiten der Schülerinnen an, gab Tipps und stand auch für Selfies sowie Autogramme parat.

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