Mehr Wohnraum für Rietberg
Bild: Vredenburg
Das aktuell von Leiharbeitern bewohnte Gebäude an der Rathausstraße 1 in Rietberg soll abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Das planen Benjamin und Augin Sari.
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„In den nächsten fünf Jahren investieren wir in Rietberg 30 Millionen Euro”, kündigt der Chef eines Handwerksbetriebs für Innen- und Außenputz an. Zusammen mit seinem Sohn Augin Sari, Meister im eigenen Malerfachgeschäft, betreibt er ein Immobilienbüro. Allein zehn Millionen Euro wollen beide demnach für 46 Wohnungen am Schulzentrum verbauen.

Einheiten für Senioren, Singles und Familien

In mehreren Häusern mit je sieben beziehungsweise acht Einheiten, die auf der 4000 Quadratmeter großen Grünfläche zwischen Teichweg und Frankenstraße entstehen sollen, sehen Saris neuen Wohnraum für Senioren, Singles und Familien vor inklusive einer Tiefgarage mit 70 Stellplätzen. Die Domizile sollen vermietet werden. „Wir wollen noch dieses Jahr im Spätsommer beginnen”, hofft Benjamin Sari auf eine baldige Baugenehmigung. Mit der Stadt sei „alles schon geklärt“.

An der Rathausstraße 1, wo vor seinem Umzug ans Südtor das Geschäft „Kraut und Rosen“ angesiedelt war, visieren Vater und Sohn ein Investment von weiteren knapp drei Millionen Euro an. Das Gebäude, das sich seit der Diskussion um das Outlet-Center im Familienbesitz befindet und mit dem Stopp des Vorhabens im Zuge eines Bürgerentscheids zur Unterbringung von Leiharbeitern genutzt wird, soll abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. In diesem, der höher werden soll als die ursprüngliche Immobilie, sollen neun Wohneinheiten entstehen sowie Räumlichkeiten „für eine sehr feine Gastronomie im Erdgeschoss”, lässt Benjamin Sari wissen. Auch dieses Vorhaben, das in etwa zwei Jahren angegangen werden soll, werde zurzeit mit der Kommune verhandelt.

Pläne haben Vater und Sohn ebenfalls für ein Gebäude auf der anderen Emsseite (Am Balkan), wo sie im Zuge der Outlet-Debatte weitere Immobilien erworben haben. Auch dort ist in den kommenden Jahren der Abriss und Neubau eines der Häuser angedacht. „Wir haben einiges vor in Rietberg“, unterstreicht Benjamin Sari und geht davon aus, dass die insgesamt 30 Mitarbeiter, die er und sein Sohn beschäftigen, in der nächsten Zeit gut zu tun haben werden.

„Fühlen uns wohl in dieser Stadt“

Zwar lege die Coronakrise zurzeit alles lahm, der Bedarf an neuem Wohnraum aber bleibe, sagt Augin Sari. Allein in Rietberg seien aktuell 50 bis 60 Interessenten auf der Suche nach Immobilien. Zwei jüngst selbst realisierte Objekte – ein Fünffamilienhaus am Dortenbach und ein Haus mit neun Wohneinheiten sowie Tiefgarage im Weiland – seien schnell verkauft gewesen.

„Wir fühlen uns wohl in dieser Stadt. Und das ist auch der Grund, warum wir hier gerne investieren”, erklärt Benjamin Sari, der mit seiner Familie aramäischer Herkunft bereits seit den 1970er-Jahren in der Emskommune lebt. Gegenüber des „Motels 24“ im Gewerbegebiet an der Bokeler Straße haben die Saris sich ein weiteres Grundstück gesichert, um dort ihren Firmensitz auszubauen und eine Fliesenausstellung zu eröffnen. Das gemeinsame Immobilienbüro soll indes an der Straße Am Balkan bleiben.

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