Mistel schlägt Wurzeln in luftiger Höhe
Bild: Schulte-Nölle
Zur Gattung der Halbschmarotzer gehört die Mistel. In der Weihnachtszeit ist es Brauch, sich unter Mistelzweigen zu küssen. Das soll – so sagt man – ein Glücksgefühl versprühen. Diese Misteln sind in Rietberg in den Pappeln an der B 64 im Kreuzungsbereich Bokeler Straße zu finden.
Bild: Schulte-Nölle

Das zur Gattung der Halbschmarotzer gehörende Gewächs, das sich auf Bäumen oder Sträuchern buchstäblich „festkrallt“, um so Nährstoffe von seinen unfreiwilligen Gastgebern zu beziehen, scheint sich im Bereich der Giebelstadt äußerst wohl zu fühlen. 

Um die Mistel ranken sich zahlreiche geheimnisvolle Geschichten. Dies zeigt sich bereits in den überlieferten volkstümlichen Bezeichnungen, die von Donnerbesen, Druidenfuß, Hexenbesen, Hexenkraut und Wintergrün über Bocksbutter, Albranken, Vogelkraut bis hin zu Kreuzholz reichen. Die Misteln sind allerdings nicht nur in Rietberg und dem deutschsprachigen Raum beheimatet, sondern kommen weltweit in tropischen, subtropischen und gemäßigten Zonen vor. Daher ist die Anzahl ihrer anerkannten Arten nicht genau bekannt. Sie bewegt sich zwischen 400 und 1400 – eine weit auseinanderklaffende Menge.

Verbreitet wird die Mistel, wie viele andere Bäume und Sträucher auch, durch die Vogelwelt. Die Tiere streifen den klebrigen Samen an benachbarten Zweigen ab oder scheiden die unverdauten Samen anderorts wieder aus.

In der alternativen Medizin wird den Halbschmarotzern eine krebshemmende Wirkung nachgesagt. Schulmedizinisch konnte dies bislang allerdings noch nicht nachgewiesen werden. Mistelzweige sind seit Generationen in den USA und England fester Bestandteil der Advents- und Weihnachtsbräuche. Und mittlerweile ist dieser Brauch auch in Deutschland angekommen. Demnach werden die Mistelzweige in der Vorweihnachtszeit und an den Festtagen selbst in der Wohnung aufgehängt. Wer sich unter ihnen küsst, soll – so sagt man – ein besonderes Glücksgefühl verspüren.

Eine symbolische Bedeutung fällt dem Gewächs auch in der germanischen Mythologie zu. So soll der Gott Loki den Sohn Odins getötet haben, indem er mit einem Mistelzweig auf einem gespannten Bogen auf ihn anlegen und schießen ließ.

Eine besondere Berühmtheit erhielt die Mistel in den Asterix-Comics. Hier ist die Pflanze ein wichtiger Bestandteil des vom Druiden Miraculix gebrauten Zaubertranks, der letztendlich den Galliern unglaubliche Kräfte verlieh.

SOCIAL BOOKMARKS