Mit dem „Buschmoped“ in den Wald
Bild: Daub
Nach geleisteter Arbeit begutachteten die Teilnehmer des Motorsägen-Kursus, der vom Hegering Rietberg angeboten wird, ihre „Ernte“ in Form von Birkenstämmen.
Bild: Daub

 Der Hegering Rietberg hat schon mehrmals einen Motorsägen-Kursus angeboten. Alle Teilnehmer tragen – eine funktionstüchtige Motorsäge im Arm – die vorgeschriebene Schnittschutzkleidung: einen Helm mit Gehör-und Gesichtsschutz, Schutzhandschuhe, Waldarbeiterjacke und Sicherheitsschuhe mit Stahlkappen.

Forstwirtschaftsmeister Henrik Meier weist die Teilnehmer auf dem städtischen Bauhof Rietberg in die Regeln der Unfallverhütungsvorschriften, in die Bedeutung der persönlichen Schutzausrüstung und in Pflege und Wartung der verschiedenen Motorkettensägenfabrikate ein.

Als die Gruppe markierte Birken im Wäldchen anpeilt und die ersten „Buschmopeds“ aufjaulen, wird manchem Brennholzwerber deutlich, dass es doch nicht so einfach ist, „Holz zu machen.“ Wenn sich die Zähne der Sägeblätter ins stehende oder liegende Naturmaterial beißen, wirbeln zwar viele Späne – doch der eine oder andere versteht erst im praktischen Einsatz, dass es ganz bestimmte Schnitttechniken zu bewältigen gibt und dass gefährliche Spannungen im Holz genau beurteilt werden müssen.

Christoph Schumacher (31), Tierarzt aus Bokel, ist auch Jäger. Er braucht die Motorsäge für Revierarbeiten. „Ich muss doch in der Lage sein, einen Hochsitz aus Stämmen zu bauen.“ Immer mehr Haushalte heizen mit dem erneuerbaren Energieträger Holz. Dementsprechend sind immer mehr Menschen auf der Suche nach einer Möglichkeit, es günstig zu erwerben. „Wer selbst Hand anlegt, kann sparen“, argumentieren einige Teilnehmer.

Unter denen, die es aus Spargründen in den Wald treibt, befindet sich auch Denis Hanke (35), Tischler aus Herzebrock-Clarholz. Seine Meinung: „Ich heize rund 160 Quadratmeter, quasi mein ganzes, gut gedämmtes Haus, mit Holz im Schwedenofen. Ich habe bisher nachweislich 800 Euro Kostenersparnis – ausgerechnet gegenüber dem Heizen mit Gas.“

Um in staatlichen und städtischen Forsten sägen und sammeln zu können, ist ein Zertifikat inzwischen Voraussetzung. „Deshalb der Kursus“, sagt Hanke. Er nimmt am Ende des Lehrgangs freudig seinen Führerschein aus der Hand von Forstwirtschaftsmeister Henrik Meier entgegen. Auch eine junge Frau, Sina Berning (27) aus Gütersloh-Niehorst, ist dabei. „Den billigen Brennstoff darf man nicht außer Acht lassen.“

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